Prunkkirmes in Baesweiler 2019 macht ihrem Namen alle Ehre

Junggesellen Baesweiler : Prunkkirmes macht ihrem Namen alle Ehre

Dieses Gefühl hält ein Leben lang. Man erzählt es, wie beispielsweise Willi Katzenberger jun., seinen Enkeln. Einmal in Baesweiler Maijunge, Maimädchen, oder gar König und Königin gewesen zu sein.

Ein bisschen Stadtgeschichte mitgeschrieben zu haben. An vier unvergesslichen Tagen. Ob mit oder ohne Regen. Das vergisst man nie.

Auch im Hause Frohnrath, einer Vorzeigefamilie im Junggesellenverein Baesweiler 1872, ist das so. 2007 war Sandra Frohnrath, inzwischen Frau Dunkel, Maimädchen. In diesen Tagen durchleben ihr Bruder Holger Frohnrath und seine Königin Julia Kommer, dieses einzigartige Gefühl, an der Spitze des JVB zu stehen.

Ein ganz großer Moment war dabei die sonntägliche Parade vor dem Hause in der Geilenkirchener Straße und der anschließende Festzug. Als „halb Baesweiler“ auf den Beinen war und mit den Paaren und Jubilarpaaren diesen Tradition bindenden Glücksmoment gemeinsam auskosteten. Inmitten einer Prunkkirmes, die diesen Titel in jeder Hinsicht verdient hat.

Und hoch damit: Muskelkraft, Seilwinde und Leitern brauchen Baesweilers Junggesellen, um den Tonnen schweren Maibaum hoch zu hieven. Foto: Sigi Malinowski

Bereits am ersten Tag fiel vielen die Kinnladen herunter, als in früher Nacht die Feuerwerksraketen hoch stiegen. Im Sportpark hatte der JVB einen bunten Gruß der Extraklasse abfeuern lassen. Holger Frohnrath: „Wir hatten alle Gänsehaut. Das kannst Du kaum beschreiben“, sprach er für seine ganze Mannschaft an Sympathieträgern.

Danach ging es ab ins Festzelt am Volkspark, um zu tanzen. Das war auch am darauffolgenden Tag die Devise: tanzen, Livemusik genießen, lachen, kommunizieren. Aber zuvor boten die Junggesellen ein weiteres Spektakel an, dass die Massen zum Kirchplatz trieb. Dort wurde in knapp zwei Stunden der über 30 Meter lange Maibaum hochgewuchtet.

Auch hier traten wieder „Legenden der Baesweiler Kirmes“ gemeinsam auf. Moderiert von Heinz Classen und im Beisein einer Delegation aus der französischen Partnerstadt Montesson – die von Bürgermeister Jean-Francoise Bel und der Montessoner Miss Maylis sowie Partnerschaftskomitee-Vorsitzende Anne Gillet geführt wurde – stemmte der JVB unter Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr Baesweiler den „Kaventzmann“ hoch.

„Veteranen“ wie Martin Gerhards, Tobias Hermanns, Ralf Knoblauch, Hubert Dautzenberg, Dennis Habisch, Patrick Errens oder Lucas Plum holten sich Schwielen an den Händen. Aber dafür spendete Brauerei-Wirt Wilko Vankan dann auch einen „Eimer Freibier“.

Der Sonntag gehörte zunächst einem Frühstück bei Albert Engels, dem gemeinsamen Hochamt mit Fahnenschwenken (Tobias Hermanns) und dem Frühschoppen. Bis es im Triumphzug durch Baesweiler ging, zuvor hatte Marcel Nelles die Fahne beim Königspaar geschwenkt. Zum Königsball ehrte der JVB seine Würdenträger und feierte sich schon langsam in den nächsten Tag herein.

Die gemeinsame Party mit den Bediensteten der Stadtverwaltung am Montag ist schon lange kein Geheimtipp im Nordkreis. Man ist schon in den Mittagsstunden „selig“, hält aber konditionell in Bayern-Manier durch und feiert bis in den Abend hinein. Was dann auch dazu führt, dass am Dienstag die Rollläden ein paar Stündchen länger herunter bleiben. Baesweiler wird geschafft sein.

(mali)
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