Neubau der Grundschule Beggendorf

Grundschule Beggendorf : Neubau für 2,8 Millionen Euro geplant

Vorausschauendes Planen und Handeln ist ein typisches Merkmal Baesweilers. Das findet insbesondere auch Anwendung, wenn es um die heimische Schullandschaft geht. Einen ganz relevanten Beschluss fasste der Bau- und Planungsausschuss am Dienstag.

Parteiübergreifend wurde beschlossen, dass die stark sanierungsbedürftige Grundschule in Beggendorf neu gebaut wird. Vorbehaltlich des Ratsentscheides, der noch zu treffen ist.

Zunächst erfolgt der Abriss, um dann die Schule als Dorfmittelpunkt an gleicher Stätte neu zu errichten. Die Eltern der Kinder, die derzeit am Ausweichstandort Goetheschule in Baesweiler unterrichtet werden, wurden am gestrigen Mittwoch per Brief über die Entscheidung informiert.

In der Ausschusssitzung, sie fand unter Leitung von Andreas Schmitz (CDU), im Baesweiler Verwaltungsgebäude statt, hatte Bürgermeister Willi Linkens noch einmal betont, dass es keinerlei Probleme mit der Beschulung am Ausweichstandort an der Grabenstraße gäbe. Im Gegenteil, Eltern und Kinder hätte diese Zwischenlösung gut angenommen. Die Ausgliederung sei im September des vergangenen Jahres vorgenommen worden.

Seitdem laufen die aufwändigen Untersuchungen, um den Sanierungsgrad genauestens zu ermitteln. Vor allem die Ergebnisse des Statikers seien „sehr ernüchternd“ hatte das dem Ausschuss vortragende Planungsbüro Lievens und Partner ermittelt.

Nicht nur die Statik mache große Sorgen, auch die Dachsanierung gehöre in wesentlichem Umfang dazu. „Das ist eine kostenintensive Besonderheit“, könnte es nach Ansicht von Planer Oliver Pelhofer zu einem Engpass bei der Beauftragung von Fachfirmen kommen. Diese seien in diesen Zeiten „sehr schwer zu bekommen“.

Was im Einzelnen saniert und überarbeitet werden müsse, wurde im Laufe der vergangenen Monate immer mehr. Dazu gehört die Instandsetzung von Außenbauteilen, die Abdichtung der Fenster und Türen, im Innenbereich müssen sämtliche Oberflächen bearbeitet werden, die Dachdämmung erfordere eine komplette Erneuerung. Das gelte auch für die Erneuerung der Haustechnik.

Darin enthalten ist noch nicht einmal die Erweiterung des Gebäudes und die Sanierung des Treppenhauses sowie der Toilettenräume. Zudem kommen nach Aussage der Planer „Risiken dazu, dass die statischen Schäden noch größer, als jetzt bekannt, werden können, nachdem die Bereiche freigelegt worden seien“.

Willi Linkens verdeutlichte dem Ausschuss: „Für dieses Projekt sind Fördermittel angesetzt, die für die Bestandssanierung und Erweiterung gedacht sind. Wir müssen nun darlegen, dass das sehr unwirtschaftlich ist“.

Iris Tomczak-Pestel und der zuständige städtische Planer Ralf Peters hatten eine überschlägige Kostenermittlung für einen Vergleichsneubau vorgelegt. Dieser ergäbe unter Einbezug von Flächenanteilen für die OGS, Differenzierungsräume, Sanitärräume und Mensa – sie ist derzeit im Vereinsheim – einen Flächenbedarf von 1.200 Quadratmetern. Legt man diese Quadratmeterzahl zugrunde entstünden für den Neubau Kosten von 2,8 Millionen Euro. Würde man die bei der Sanierung angesetzten geringeren Flächen von nur etwa 850 Quadratmeter zugrunde legen, würde der dann kleinere Neubau günstiger sein als die Sanierung.

Dabei sei zu berücksichtigen, dass bei der Sanierung noch viele offene Fragen bleiben, die sich erst bei der Baudurchführung herausstellen und sehr schnell zu deutlich höheren Kosten führen.

Durch den funktionstüchtigen Neubau, der den neuen Anforderungen an einen modernen Unterricht Rechnung trägt, würden Kosten in Höhe von etwa 2,8 Millionen Euro entstehen. Iris Tomczak-Pestel: „Wir sind mit der Bezirksregierung im engen Austausch. Der Neubau erfordert Konzepte und neue Pläne.“ Linkens („Wir haben immer für den Erhalt sämtlicher Grundschulen im Stadtgebiet gekämpft“) und Tomczak-Pestel zeigten sich optimistisch, dass die entsprechenden Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.

So lautete der von allen Parteien akzeptierte Beschluss dann auch, die Verwaltung wird beauftragt „anstelle des bisherigen Sanierungskonzeptes die Möglichkeit der Umsetzung eines angemessenen Ersatzneubaues unter Berücksichtigung möglicher Fördermittel zu prüfen und erste Schritte zur Planung in die Wege zu leiten“.

Ferdi Reinartz (CDU) dankte den anderen Partien, „dass sie bereits im Schulabschluss alle dafür gestimmt haben, die Schule zu erhalten“. Dafür hatte sich auch die SPD eindeutig in Stellung gebracht, unterstrich ihr Sprecher Tobias Römgens. Wie CDU und SPD wollen auch die Grünen, das bestätigte ihr Sprecher Rolf Beckers, am bisherigen Standort in der Dorfmitte festhalten. Auch wenn Beckers herausstellte: „Wir tun uns schwer, dieses alte Gebäude abzureißen.“ Sein Vorschlag: „Man sollte eine Architektur wählen, die den Dorfmittelpunkt unterstützt.“

(mali)