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Kommunalwahl in Baesweiler: CDU bleibt auf Erfolgskurs

Keine Trendwende : CDU bleibt mit Pierre Froesch auf Erfolgskurs

Sollte die Opposition in Baesweiler auf einen Einbruch der CDU beim Stabwechsel von Bürgermeister Dr. Willi Linkens an seinen Nachfolger Pierre Froesch gehofft haben, sah man sich am Wahlabend bitter enttäuscht.

Gegen 20.20 Uhr überreichte Linkens Froesch den obligatorischen Blumenstrauß im Freien direkt an der Mehrzweckhalle an der Grabenstraße und wünschte ihm für die anstehenden Aufgaben einen langen Atem. Der derzeitige Ordnungsamtsleiter der Stadt Baesweiler wurde mit 80,42 Prozent der Stimmen in den Chefsessel des Rathauses gehoben.

Froesch blieb nur leicht hinter dem letzten Wahlergebnis des langjährigen Ersten Bürgers von Baesweiler zurück, der bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2015 82,5 Prozent an Zuspruch eingefahren hatte.

Herausforderer Markus Schallenberg konnte wie schon frühere SPD-Bürgermeisterkandidaten den Stimmenanteil mit 19,58 Prozent ein wenig steigern. Karl Josef Strank hatte 2014 immerhin 17,4 Prozent der Stimmen geholt, Bernd Behle im Jahr 2009 nur 7,8 Prozent.

Bei der Wahl zum Stadtrat legte die CDU leicht zu. War die Union vor sechs Jahren noch auf 61,9 Prozent gekommen, sind es diesmal 62,6 Prozent. Dagegen fiel die SPD von 23,6 auf 19,49 Prozent schon deutlich zurück. In Ratsmandaten bedeutet dies für Schwarz 24 (plus 1), für Rot 8 Fraktionskollegen (minus 1).

Baesweilers SPD-Bürgermeisterkandidat Markus Schallenberg bei der Stimmabgabe. Foto: MHA/Wolfgang Sevenich

Hatten die Grünen bei der Kommunalwahl 2014 gegenüber der vorangegangenen mit einem Mini-Plus von 0,01 Prozent noch im Ergebnis mit 7,02 stagniert, sprangen nun dem Landestrend folgend beachtliche 11,15 Prozent heraus (vier Sitze, also plus 1).

War die Linkspartei bei der letzten Kommunalwahl mit 4,48 Prozent und zwei Sitzen erstmals in den Stadtrat eingezogen, landete man diesmal nur bei 2,92 Prozent und einem Sitz (also minus 1), obwohl auch die Linkspartei wie die Grünen auf Umweltthemen und Soziales gesetzt hatte.

Trendwende bei der FDP: Waren die Liberalen 2014 zuletzt um 1,28 Prozent auf nur noch 2,93 Prozent abgeschmiert und nur noch durch einen Einzelkämpfer im Kommunalparlament vertreten, wurden nun nach Neuformierung des Parteivorstands zumindest 3,84 Prozent und wieder ein Sitz gebucht.

Gewinner sind die Wähler. War die Wahlbeteiligung vor sechs Jahren gegenüber der Vorwahl von 60 auf unter 50 Prozent abgestürzt, nahmen nun 53,51 Prozent ihre Option auf Stimmabgabe wahr.

„Ich freue mich total über dieses Ergebnis. Das ist ist ein großer Vertrauensbeweis, auch das Stadtratsergebnis. Das empfinde ich als Verpflichtung“, sagte Froesch am Abend. „Der Wahlkampf war fair. Das ganze Team hat viel investiert. Wir hatten ein gutes Wahlprogramm aufgestellt. Nun werden wir die Versprechen auch einhalten.“

Enttäuscht zeigte sich dagegen Schallenberg mit dem Abschneiden der SPD ausgerechnet in Wahlkreisen, in denen man bislang noch recht gut aufgestellt war. Dort sei die Wahlbeteiligung leider teilweise sehr niedrig gewesen, dagegen in CDU-Hochburgen deutlich höher. Die SPD-Themen Sauberkeit und Sicherheit seien beim Wähler wohl nicht so recht angekommen. „Wir müssen nun sehen, wie wir darauf reagieren.“