Kita in Baesweiler umgebaut : Wenn die Frösche umziehen, sind die Bären los

Baesweilers älteste Kita ist umgebaut worden. Kinder und Erzieher freuen sich über den gewonnenen Platz. Der Umbau war entspannt, weil alle locker damit umgegangen sind.

Die Frösche sind umgezogen, die Bären haben jetzt viel mehr Platz. Nein, wir sind nicht im Zoo. Aber tierisch gut finden die Kinder aus dem Familienzentrum Baesweiler das Ergebnis der Bauarbeiten an ihrem Kindergarten trotzdem. Über ein Jahr wurde am ältesten Kindergarten im Baesweiler Stadtzentrum - im Sommer wurde das 60-Jährige gefeiert - an- und umgebaut.

Wer bei Bauarbeiten im laufenden Betrieb daran denkt, dass die fünf Gruppen in Provisorien wie etwa Container umziehen mussten, der täuscht sich. "Natürlich mussten wir flexibel sein und manchmal morgens kurzfristig umplanen", erzählt die Leiterin Hannelore Wowra-Kaun. Da kam es dann schon mal vor, dass eine Gruppe den Vormittag im Foyer verbrachte, um den Handwerkern aus dem Weg zu gehen. Das war's dann auch schon mit den groben Einschränkungen. Was man sich bei mancher Autobahnbaustelle wünschen würde, gelang in Baesweiler: Viele Arbeiten wurden am Wochenende erledigt. "Die Eltern haben uns viel Verständnis entgegengebracht", sagt Wowra-Kaun, die seit weit über 25 Jahren in der Kita arbeitet.

Für Architekt Siegfried Schaffrath lief das Projekt gar "entspannt", auch weil die Erzieherinnen "perfekt mitgespielt haben". Insgesamt 530.000 Euro wurden in den Kindergarten unweit des Gymnasiums mit seinem parkähnlichen Außengelände investiert. 270.000 Euro förderte der Landschaftsverband Rheinland, der Rest floss aus Landesmitteln über das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) und von der Kirchengemeinde St. Marien als Träger der Einrichtung.

Wohlgemerkt: Der Umbau bedeutet lediglich eine räumliche Erweiterung. "Es war eine bewusste Entscheidung, den Kindergarten nicht um eine Gruppe zu erweitern", berichtet Iris Tomczak-Pestel aus dem Kirchenvorstand. Es bleibt wie vorher bei fünf Gruppen (Mäuse, Marienkäfer, Schmetterlinge und eben Frösche und Bären), die Zahl der Kinder sank im Vergleich zum vorigen Jahr gar von 100 auf 95. "Die zusätzliche Fläche ist ein Traum", freut sich Hannelore Wowra-Kaun.

Warum also der ganze Aufwand? Um mehr kleinere Kinder aufnehmen zu können, die Nachfrage nach U3-Plätzen steigt - mussten die vorgeschriebenen Nebenräume her. So entstanden an die großen Gruppenräume angrenzende Rückzugsbereiche zum Spielen oder Schlafen sowie Toiletten und Waschräume. Das ist praktisch und sieht schön aus, am wichtigsten ist Hannelore Wowra-Kaun aber der Effekt für die Kinder: „Der Raum ist Erzieher. Er muss die Kinder herausfordern, sich zu beschäftigen. Je mehr Platz und je anregender, desto besser."

Auch ein Therapieraum für Ergotherapie wurde geschaffen, der aber multifunktional ist und beispielsweise auch von der Musikschule genutzt wird. Schaffrath entschied sich für einen modernen Anbau mit Flachdach als bewusste Abgrenzung zum Altbau. "Um Lärm und Staub zu vermeiden, haben wir die Verbindung zum Altbestand erst sehr spät hergestellt", erläutert der Architekt.

Ein paar Malerarbeiten stehen noch aus, beim Rundgang fallen Iris Tomczak-Pestel gleich noch weitere Details auf. Ein paar Blumenkübel vor den Zaun, neues Holz für die Sitzbänke soll auch her. "Kinder sind Ästheten. Wenn es schön ist fühlen sie sich wohl", sagt Hannelore Wowra-Kaun.

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