Jugendarbeit in Baesweiler: Stadt entlastet Träger

Baesweiler entlastet Träger : Neues Personalkonzept für Malteser Jugendtreff

Der Malteser Jugendtreff ist neben dem Jugendcafé die zentrale Einrichtung der offenen Jugendarbeit in Baesweiler, betont die Stadt. Mit Blick auf die Herausforderungen des Sozialraums Setterich-Nord wird der beliebte Treff nun durch ein neues Personalkonzept aufgewertet, wie im Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales zu hören war.

Bislang zählte die personelle Besetzung in Trägerschaft der Malteser Werke gGmbH 2,3 Stellen. Diese setzen sich zusammen aus Leitung (eine volle Stelle), Jugendarbeit (0,5) und Streetworker (0,8), wobei 0,6 auf mobile Jugendarbeit und 0,2 auf Arbeit im Jugendtreff entfielen.

Dieser Personalschlüssel war seit nahezu 15 Jahren unverändert, zuletzt war das Personal des Treffs sogar auf insgesamt nur noch zwei Stellen geschrumpft. Der Hintergrund: Die Inhaberin der 0,5-Stelle im Jugendtreff ging in Elternzeit und der Streetworker (0,8 Stellen) orientierte sich anders. Seine Stelle konnte „nicht adäquat nachbesetzt werden“. Allerdings unterstützt jetzt eine neue Mitarbeiterin mit Vollzeit die Leitung des Malteser Jugendtreffs, so die Verwaltung. Unterm Strich also 0,3 Stellen unter Stellenplan.

Fachpersonal ist kanpp

Angesichts der aktuell guten Arbeitsmarktlage für pädagogisch geschultes Personal sehen die Stadt, der Träger und die Städteregion derzeit kaum Erfolgsaussichten, die Streetworkerstelle nach bisherigem Zuschnitt qualifiziert neu zu besetzen, obwohl dringender Bedarf nach individueller Beratung und Unterstützung bei den Jugendlichen besteht. Dennoch will man alles versuchen, die Vakanz zu beenden. Deshalb haben alle Beteiligten entschieden, den Personalschlüssel von 2,3 auf drei Stellen auszuweiten, also für Leitung, Jugendarbeit im Treff und Streetwork jeweils eine volle Stelle anzusetzen – in der Hoffnung, dass volle Stellen attraktiver sind.

Die Stellenaufstockung will natürlich finanziert werden. Da kommt gerade recht, dass der Anteil der Landesmittel des Kinder- und Förderplans und damit der jährliche Zuschuss für den Jugendtreff um 11.000 Euro höher ausfallen. „Aber das allein wird die personelle Aufstockung nicht tragen“, sagte Erster Beigeordneter Frank Brunner. Deshalb entlastet die Stadt Baesweiler durch Übernahme von „gebäudebezogenen Kosten für den Betrieb“ den Träger – ähnlich wie beim Haus Setterich.

Für das laufende Jahr übernimmt die Stadt Baesweiler 5300 Euro, im nächsten Jahr sind es rund 10.660 Euro. Zudem will die Kommune nun über das Jahr 2020 hinaus mit dem Träger des Treffs und der Städteregion eine tragfähige Finanzierung bzw. Kostenverteilung aushandeln.