Baesweiler Seniorenwerkstatt sucht Nachwuchs

Seit Jahren aktiv : Baesweiler Seniorenwerkstatt freut sich über Verstärkung

Eine feste und beliebte Institution ist in Baesweiler die Seniorenwerkstatt. Der eingetragene Verein biegt in sein 20. Jahr des Bestehens ein. Das soll im nächsten Jahr groß gefeiert werden.

Erich Heinzer ist ein Mann der ersten Stunde. Der Mitgründer der Vereinigung aus hilfsbereiten, handwerklich begabten und technisch verständigen Seniorinnen und Senioren ist auch als 85-Jähriger noch mit dem ganzen Herzen bei „seiner“ Werkstatt.

Heinzer sagt: „Es ist natürlich eine schöne Sache, in einer netten Gemeinschaft  seinem Hobby zu frönen und dabei noch Gutes zu tun.“ Einmal wöchentlich, dienstags von 14 bis 18 Uhr, treffen sich die Mitglieder der Seniorenwerkstatt in Räumen der Grengrachtschule, die von der Stadt Baesweiler zur Verfügung gestellt wurden. Was wird denn da so gemacht? Erich Heinzer: „Wir stellen beispielsweise Puppenmöbel, Vogelhäuser und andere schöne Dinge selbst her, reparieren aber auch Dinge, die wir dann auf Baesweiler Märkten oder in unserer Werkstatt verkaufen.“ Mit den Erlösen aus diesen Verkäufen werden bedürftige Menschen unterstützt oder man greift gemeinnützigen Einrichtungen unter die Arme.

In diesem Zusammenhang nennt Erich Heinzer die Baesweiler Bürgerstiftung, die Baesweiler Tafel, die Jugendabteilungen  der Musikvereine, die Musikschule oder auch Sportvereine. Spenden der Seniorenwerkstatt erreichen aber auch Kindergärten, Palliativstationen oder Einrichtungen für schwerkranke Kinder.

Denkmäler gestiftet

„Wir tun das auch, damit Eltern bei ihren kranken Kindern bleiben können.“ Erich Heinzer betont aber auch: „Wir sind ein eingetragener Verein. Somit werden auch wir von öffentlichen Institutionen unterstützt.“ Dabei versichert er, „dass die Spenden von uns eins zu eins weitergegeben werden.“

Im Laufe von 19 Jahren haben die Senioren um ihre Vereinsvorsitzende Sieglinde Schäfer zwei Denkmäler gestiftet. Das ist der Löwe an der Burg Baesweiler und das Bergarbeiterdenkmal am Reyplatz. Insgesamt hat der Verein für Spenden immerhin stattliche 80.000 Euro gestiftet. Erich Heinzer: „Das macht uns glücklich und zufrieden.“ Aber es gibt auch Umstände, die ihn und seine Kolleginnen und Kollegen nachdenklich stimmen. Die Suche nach dem „Nachwuchs“ gestaltet sich zunehmend schwieriger.

„2014 hatten wir noch 25 aktive Mitglieder. Jetzt sind es nur noch 15. Das drückt uns schon.“ Erich Heinzer: „Das hat natürlich viele Gründe, manche unserer Mitglieder sind mit der Senioren-Werkstatt 20 Jahre älter geworden, andere sind erkrankt,  mussten aus Altersgründen aufhören oder sie sind gestorben. Dennoch haben wir auch neue Mitglieder gewinnen können.“ Der älteste der Handwerker ist Günter Waschbüsch, der mit seinen 90 Jahren immer noch aktiv ist. Das „Nesthäkchen“ des Vereins ist Jutta Ungermann mit ihren 64 Lebensjahren. Am 3. September richtet die Werkstatt einen Tag der offenen Tür aus. Dies geschieht im Rahmen der „Woche der Senioren“, in der man in jedem Jahr ebenfalls sehr aktiv ist.

Ein schönes Gefühl

„Wir hoffen natürlich auf guten Besuch“, rechnet sich Erich Heinzer aus, dass „vielleicht der eine oder andere für unseren sehr geselligen Verein Interesse zeigt. Ein Herzenswunsch der Senioren ist es, zum 20-jährigen Bestehen die Mitgliederzahl wieder steigern zu können. Erich Heinzer: „Wer handwerklich begabt ist, sollte sich das mal bei uns ansehen. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man merkt, dass man auch im Alter noch gebraucht wird.“ So wie bei jenem Mitglied, das an einer Depression litt, sich beim Oktoberfest die Arbeiten der Werkstatt ansah und später einstieg. „Er hat es bis heute nicht bereut und ist jetzt seit zehn Jahren bei uns.“

(mali)