Baesweiler: Qualifikationsturnier des Bundes Deutscher Karneval

Qualifikationsturnier des Bundes Deutscher Karneval : Mit Bravour die Herausforderung gemeistert

Das Qualifikationsturnier des Bundes Deutscher Karneval in Baesweiler wartet mit tänzerischen Spitzenleistungen auf. Die Sportler und die Organisatoren sind mit der der Premiere mehr als zufrieden.

Erst ganz am Ende der Abmoderation merkte man Erich Theil an, welche Last in diesem Moment von ihm gefallen sein musste. Als Vorsitzender des Festkomitees Baesweiler Karneval hatte er in den vergangenen Tagen buchstäblich Blut und Wasser geschwitzt, war unermüdlich jeden noch so kleinen Punkt auf der Checkliste durchgegangen. Letztendlich hatte alles ohne Zwischenfälle geklappt, die erstmalige Ausrichtung eines Qualifikationsturniers auf Bundesebene in Baesweiler wurde zum vollen Erfolg. Zusammen mit den Co-Ausrichtern des Trommler- und Spielvereins 1913 Baesweiler und des Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG) konnte sich das Festkomitee verdientermaßen auf die Schultern klopfen.

In insgesamt 13 Wettkampfkategorien – unterteilt in die Altersklassen „Jugend”, „Junioren” und „Ü15” – traten über 200 Sportler gegeneinander an. Einige von ihnen waren aus den verschiedensten Gegenden in NRW angereist. Den jeweiligen Siegern winkte die Qualifikation für das nächsthöhere Turnier – die Norddeutsche Meisterschaft. Die sieben Punktrichter, die über die dargebotenen Tänze urteilten, hatten ebenfalls eine stattliche Tour hinter sich. Aus Stuttgart, Würzburg oder dem sächsischen Pegau waren sie nach Baesweiler gekommen. „Das ist natürlich eine ganz andere Kategorie als alles, was wir bislang kannten. Die Richter wurden im Hotel untergebracht, es war eine sehr professionelle Ebene”, verriet uns Sven Butzbach, der als Erster Vorsitzender der Ehrengarde Baesweiler und Vizepräsident des VKAG ebenfalls unzählige Stunden mit der Organisation verbrachte.

Dass das Festkomitee sich überhaupt in dieses Abenteuer stürzte, war dabei mehr oder weniger einem Zufall geschuldet. Dem VKAG war ein Veranstalter in Aachen weggefallen. Da man die Baesweiler als tadellose und sympathische Gastgeber zahlloser Freundschaftsturniere kannte, wurde der Name des Festkomitees in den Raum geworfen. Der Vorschlag fiel schnell auf fruchtbaren Boden, offiziell meldete sich das Komitee vor gut einem Jahr auf dem Portal des Bundes Deutscher Karneval (BDK) als Interessent für eine Turnierausrichtung an und bekam den Zuschlag. Von diesem Moment an begann das „Kribbeln” laut Theil: „Wir fühlten uns geehrt, dass man uns das Vertrauen schenkte, und machten uns sofort an die Arbeit.” Mit Trommler- und Spielverein und dem VKAG fand man sogleich zwei potente Vereine, die mit Fachwissen und unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit das Projekt Stück für Stück in die Tat umsetzten.

Am vergangenen Freitag war das Feld dann bereitet.

Wiebke Beckers vom KTC Alsdorfer Tänzer holte als Lokalmatadorin einen hervorragenden dritten Platz in der Einzelwertung Ü15. Foto: Yannick Longerich

Als einziger kleiner Wermutstropfen kann festgehalten werden, dass keine Baesweiler Tänzer beim Heimspiel antreten konnten. Die Rolle der „Lokalmatadoren” aus dem Aachener Nordkreis übernahm der KTC Alsdorfer Tänzer, welcher mit fünf Einzelmariechen und einer Garde in die Nachbarstadt reiste. Die 20-jährige Wiebke Beckers war dabei die erfahrenste Tänzerin im Kader. Seit 15 Jahren hat sie ihr Sportlerherz an den karnevalistischen Tanz verloren, betreibt ihn seit 2011 auf Leistungsebene. Mit Blick auf den Turnierzeitpunkt hielt sie fest: „Es ist noch sehr früh im Turnierkalender, deshalb war an einigen Stellen noch so manches nicht ganz perfekt. Wir sind gerade erst in die Vorbereitung eingestiegen.” Nichtsdestotrotz holte die Alsdorferin im hart umkämpften Wettbewerb der Ü-15-Einzelmariechen einen hervorragenden dritten Platz, musste sich lediglich der Siegern Vivian Buckesfeld aus Schwerfen (KG „Schwerfe bliev Schwerfe”) und der Zweitplatzierten Cathleen Gentz aus Bottrop (1. Tanzsportverein Bottrop) geschlagen geben. Für die anvisierte Qualifikation zur Norddeutschen Meisterschaft wird sie an weiteren Turnieren teilnehmen.

Der Alsdorfer Betreuer Axel Ritzerfeld zog in Bezug Ausrichtung und eigenen Vereinserfolg ein gleichermaßen positives Fazit: „Baesweiler hat sich tadellos verkauft. Es wäre schön, dass sich ein weiterer Ausrichter in der Region etablieren kann.” Die gemischte Garde des KTC sowie das Jugend-Tanzmariechen Fee Marie Birmanns zogen die größten Erfolge an Land: Als Sieger in der Altersklasse Ü15 löste die Truppe das Quali-Ticket. Zwar profitierten die Tänzer vom kurzfristigen Rückzug einer konkurrierenden Mannschaft, allerdings wäre die erreichte Punktzahl auch von einer größeren Konkurrenz nur schwer zu schlagen gewesen. Birmanns setzte sich im Einzelwettbewerb der Jugend gegen 13 Konkurrentinnen durch und wird demnächst ebenfalls um die Norddeutsche Meisterschaft tanzen. Laura Flüss verpasste in der Einzel-Kategorie Junioren-Tanzmariechen knapp das Treppchen.

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