Baesweiler: Lesung mit Margret Nußbaum in der Grundschule Grengracht

Lesung mit Margret Nußbaum in Baesweiler : „Wenn die Bäume nicht mehr sprechen können“

In einer sehr romantisch anmutenden Umgebung liest es sich natürlich besonders gut. Und man hört besonders gerne zu. „Wenn die Bäume nicht mehr sprechen können“: Zu diesem Thema erzählte Margret Nußbaum, Journalistin aus Baesweiler, im Schulgarten der Grundschule Grengracht.

Dazu hatte der Gartenbauverein Baesweiler unter Leitung von Helmut Herten diesen Garten noch zusätzlich mit Lichtern verziert.

„Schön und lauschig“

So platzierte sich die Autorin zwischen Apfelbaum, einer riesigen Birke, Haselnußstrauch und Weißbuche, um mit etwa 40 Zuhörern einen Märchenabend für Erwachsene zu verleben, der aber auch trefflich für etwas ältere Kinder geeignet gewesen wäre. Auch Autorin Margret Nußbaum lobte den Rahmen, indem sie feststellte, „das ist ein schönes und lauschiges Plätzchen“. Dort ließ es man es sich dann auch bei einem Glas Wein und angenehmen Temperaturen miteinander gut gehen.

Leben, Sterben, Neu-Werden

Bäume sind Lebewesen, erklärte Nußbaum. „Und als solche sollen sie geschätzt werden. Sie leben uns den immer wiederkehrenden Rhythmus von Leben, Sterben und Neu-Werden vor.“ Es sei ein zuverlässiger, sich wiederholender Rhythmus: Aus der Blüte werde eine Frucht. Werde sie reif, diene sie uns als Nahrung. Im Herbst sei der Wald ein herrliches Farbenspiel. Die grünen Blätter verfärbten sich gelb, rot oder orange. Dann würden sie welk und fielen ab. Aber das Laub sei alles andere als unwichtig. Es diene kleinen Waldlebewesen als Unterschlupf. Bäume seien ein göttliches Gnadengeschenk, das leicht verspielt werden könne, „denken wir nur an Adam und Eva im Paradies“.

Übrigens ist auch das Kreuz Jesu Christi ein Baumsymbol. Eins von mehreren Märchen, die die beliebte Buchautorin vortrug, rankte sich um den Lorbeerbaum und „vom Prinzen und dem Mädchen aus dem Lorbeerbaum“. Im Mittelpunkt: Die Liebe und natürlich der Lorbeerbaum, unter dem der Prinz und das Mädchen dann auch ein Paar wurden. Margret Nußbaums Spaziergang durch die Natur ging weiter vorbei an der Eiche, „um die sich viele Mythen und Legenden ranken“, Linde, Birn- oder Buchsbaum und weitere kamen in ihren Märchen vor. Bis die Erklärung folgte, „warum die Bäume nicht mehr sprechen können“.

Es war das Ergebnis des dauernden Beklagens der Menschen an die Sonne. „Damit aber keiner sich je wieder bei ihr beklagen konnte, nahm die Sonne der Tanne, der Fichte, der Kiefer und allen anderen Bäumen die Sprache. Nur ihren Gesang ließ sie ihnen. Wir hören ihn noch heute – wenn der Wind über die Wipfel streicht“. Es war ein ganz feiner Abend, der im Rahmen des Aktivurlaubs der Stadt Baesweiler ausgerichtet worden war.

(mali)
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