Baesweiler: Baesweiler Karnevalswagenbauer geben Vollgas

Baesweiler: Baesweiler Karnevalswagenbauer geben Vollgas

Am 19. Februar ist es so weit: Dann ziehen Baesweilers Karnevalisten mit dem Tulpensonntagszug durch die Stadt. Viele der Karnevalswagen müssen nur noch aus dem Sommerquartier geholt und ein bisschen gesäubert werden. Anders sieht es bei der Ehrengarde aus. Das Wagenbau-Team des Vereins spuckt derzeit kräftig in die Hände.

Es baut einen völlig neuen „Präsidentenwagen”.

Viel Zeit bleibt den Gardisten also nicht mehr. Die Träger müssen geschweißt werden, dazu müssen die Seitenteile und die Brüstungen neu aufgebaut werden. Schließlich wird der Wagen noch angestrichen und mit den Emblemen des Vereins verziert.

„Das wird knapp bis zum Karnevalssonntag. Wahrscheinlich werden wir auf den letzten Drücker fertig”, sagt Peter Meißner. Aber die Karnevalisten sind sich sicher, dass der Wagen auf jeden Fall im Zug mitrollen wird.

Dafür treffen sich Meißner, Karl-Heinz Kerschgens und Hans Werner Strzys jeden Samstag und zusätzlich an einigen Abenden in der Woche. „Wir haben schon im August mit den Arbeiten angefangen. Aber auch mal eine Pause gemacht”, sagt Meißner.

Wichtig ist, dass sie die Vorgaben des TÜV einhalten: Die Räder müssen bedeckt sein, die vordere Achse darf nicht zu weit einschlagen, damit der Wagen nicht kippen kann, die Brüstungen müssen mindestens einen Meter hoch sein.

Dazu müssen Bremsen und Licht einwandfrei funktionieren. „Es ist wichtig, dass das alles vernünftig gemacht wird”, sagt Meißner. Daher übernimmt die Schweißarbeiten stets jemand, der auch einen Schweißerschein hat. Der Wagen wird mit allen Aufbauten sieben Meter lang, 2,50 Meter breit und knapp 3,30 hoch sein.

Handwerkliches Geschick bringen die Karnevalisten von Haus aus mit. Dazu haben sie schon Erfahrung im Wagenbau. „Wir haben auch schon beim Bau des Prinzenwagens der Ehrengarde mitgearbeitet”, sagt Meißner.

Die viele Zeit und harte Arbeit investieren die Karnevalisten indes gern. „In jedem Verein muss man viel arbeiten. Karneval ist nicht nur feiern”, sagt Karl-Heinz Kerschgens.

„Es muss auch alles organisiert werden. Dafür muss man schon bekloppt genug sein.” Wohlgemerkt positiv bekloppt. Und wenn der fertige Wagen dann durch die Straßen rollt, ist das schon „ein richtig schönes Gefühl” für die fleißigen Gardisten.

Erhebliche Kosten

Während Meißner, Kerschgens und Strzys mit der Unterstützung einiger anderer Karnevalisten am Wagen arbeiten, übernehmen die Vereinskameraden andere Aufgaben. Etwa bei der Straßensammlung für den Umzug. Dabei klingeln sie an jeder Haustür und bitten um eine kleine finanzielle Unterstützung für den Zug.

Auch das sei ein wichtiger Bestandteil: „Ohne das Geld, das dabei zusammenkommt, könnte man so einen Zug kaum machen. Die meisten Leute denken, dass das Geld für Kamelle ist. Das stimmt aber nicht. Wir brauchen das für die Versicherung, die Gema-Gebühren und das Trommlerkorps”, sagt Meißner.

Während Meißner, Kerschgens und Strzys von ihrer Arbeit erzählen, schrauben sie weiter Holz-Latten und Balken fest. Denn die Zeit drängt, schließlich soll der neue Wagen zum Tulpensonntagsumzug fertig sein.