Baesweiler/Übach-Palenberg: Baesweiler Gymnasiastinnen punkten in Geschichtswettbewerb

Baesweiler/Übach-Palenberg: Baesweiler Gymnasiastinnen punkten in Geschichtswettbewerb

Am Ende wurde die Zeit richtig knapp. Ein paar Bilder für ihren Comic haben Raghad Hbooss und Daniela Cremer auf den allerletzten Drücker gezeichnet und mit Sprechblasen bestückt. Überhaupt war der Beitrag der 16-jährigen Schülerinnen des Baesweiler Gymnasiums zum „Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten“ ganz schön aufwändig. Aber gelohnt hat sich die Sache. Am Ende sprang jetzt ein Förderpreis für die beiden heraus.

„Wir hätte auch eine reine Textarbeit machen können“, sagt Raghad Hbooss, „aber das wäre mir zu langweilig gewesen“. Womöglich hätte sie ihre Freundin Daniela dann auch nicht zum Mitmachen bewegen können, denn die ist nicht sonderlich geschichtsinteressiert. Zeichnen mag sie umso mehr. Und so war schnell klar, dass es ein Comic sein muss zum Thema des diesjährigen Wettbewerbs: „Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte.“

Die Mädchen blieben bei ihrem Beitrag ganz in der Gegenwart und ganz in der Nähe ihres eigenen Wohnumfeldes. Sie haben die Nachbarschaft in Übach-Palenberg unter die Lupe genommen. Dort, wo sie leben, haben sie Menschen auf der Straße befragt: Wie hat sich das Verhältnis von Deutschen und Migranten im Lauf der Zeit geändert? Was wissen Sie über das Thema Integration? Wurden Sie schon mal diskriminiert? Ein hartes Brot. „Viele wollten gar nichts zum Thema sagen und sind gleich weitergegangen“, erinnert sich Raghad Hbooss an zähe Stunden, die die Mädchen an einem Infotisch vor einem Supermarkt verbrachten.

Immerhin: Am Ende waren gut 50 Fragebögen ausgefüllt und eine mehr oder weniger wissenschaftliche Grundlage für den Comic war geschaffen. Daraus haben die Autorinnen eine Geschichte rund um eine deutsche, eine türkische, eine niederländsiche und eine italienische Familie gestrickt, die zwar nebeneinander wohnen, sich aber nicht immer ganz nah sind.

Was sie trennt, schildern die Mädchen in dem Heft, in dem Comicbilder und Seiten nur mit Textdialogen abwechseln. Auch Begriffserklärungen — etwa für Integration oder Fremdenfurcht — finden sich in eigenen Rubriken. Einen griffigen Titel hat das Ganze ebenfalls: „Döner, Pizza oder halt Kartoffelsalat“. Seit September des vergangenen Jahres hatten die Schülerinnen an dem Comic gearbeitet. Der Dank waren jetzt eine Urkunde und 100 Euro. Schulleiter Wilhelm Merschen ist stolz auf die Leistung, ebenso wie die Referendarin Birgit Esser, die die Mädchen unterstützt hatte.

Eins hat das Heft nicht: einen Schluss. Am Ende wollen die zerstrittenen Familien gemeinsam feiern — doch wird nicht verraten, ob das gelingt. Hbooss: „Wir wollen den Leser anregen, zu überlegen, wie er mit Vorurteilen umgeht. Ob er bereit ist, auf andere zuzugehen.“ Ein Beitrag, der zum Nachdenken anregt.