Alsdorf: B57: Kreisverkehre statt Gefahr und Ärger

Alsdorf: B57: Kreisverkehre statt Gefahr und Ärger

Wer öfters mit dem Auto in den späten Nachmittagsstunden auf der Bundesstraße 57 von Würselen nach Alsdorf unterwegs ist, kennt die leidvolle Erfahrung: Stau oder stockender Verkehr sind angesagt, die Blechlawine zieht sich bis zur Abzweigung nach Duffesheide oder gar darüber hinaus gen Birker Kreisel hin.

Ein Ärgernis, finden nicht nur die betroffenen Verkehrsteilnehmer, sondern auch der Alsdorfer Stadtrat.

Warten auf das Gutachten

Dieser hatte vor zwei Jahren einstimmig Abhilfe gefordert und einen Prüfauftrag an die Verwaltung erteilt. Mögliche Varianten: Zwei Kreisverkehre sollen her, einer an der unfallträchtigen Kreuzung Luisenstraße/Kurt-Koblitz-Ring. Ein weiterer Kreisel könnte die für den fast täglichen Stau verantwortliche Ampel an der Einmündung B57/Theodor-Seipp-Straße überflüssig machen und zugleich auf direktem Wege die Würselener Straße aufnehmen.

Denn die derzeitige, nur wenige Meter entfernte zweite Ampelkreuzung (Würselener Straße/B57, Heidweg) würde bei dieser Variante überflüssig. Lediglich der Heidweg müsste an die B57 angebunden werden. Ob und wann welche Kreisel gebaut werden, ist allerdings fraglich. Einerseits liegt ein Gutachten noch nicht vor, das die Verkehrszahlen in Alsdorf nach Fertigstellung der B57n als Ortsumgehung von Baesweiler und Setterich prognostizieren soll. Zudem gilt die Finanzierung eines sich daraus ergebenden Planungskonzeptes als noch nicht gesichert.

Indes gibt der für die Planung zuständige Landesbetrieb Straßen NRW derzeit offenbar aufgrund der Unfallzahlen einem Kreisverkehr an der Kreuzung Luisenstraße/Kurt-Koblitz-Ring den Vorrang. Zur Klärung von Details ist für Mitte März ein Gespräch zwischen dem Alsdorfer Bürgermeister Alfred Sonders mit dem Landesbetrieb Straßen NRW anberaumt. „Klar ist, dass beide Kreisverkehre wichtig sind”, betont Sonders. Es gelte, „die gefährliche Kreuzung mit der Luisenstraße zu entschärfen, und auch ein Kreisel am Ortseingang ist von großer Wichtigkeit”. Der Stadtrat werde das Thema „diskutieren müssen”.

Bedenken hat unterdessen Bernd Mortimer, Fraktionschef der Alsdorfer Bürger Union (ABU). „Wir wollen auf jeden Fall, dass der Kreisverkehr am Schulzentrum als Eingangstor zur Stadt realisiert wird. Das wäre ein wichtiger Markstein für die Entwicklung der Stadt.” Und die Kreuzung Luisenstraße/Kurt-Koblitz-Ring könne unter Umständen mittels einer besseren Beschilderung entlastet werden. Insbesondere Ortsunkundige könnten so auf die L240 Richtung Autobahn 44 umgeleitet werden, schlägt Mortimer vor. „Obwohl der Stadtrat offiziell noch nicht über die Absicht von Straßen NRW informiert ist”, will der ABU-Fraktionsvorsitzende „nun noch das Gutachten zu den Verkehrszahlen abwarten und dann im Rat deutlich machen, dass wir zuerst den Kreisverkehr an der Theodor-Seipp-Straße bekommen möchten”.

Der Alsdorfer Rat wird bei seiner Entscheidung auf die Unterstützung des Landtagsabgeordneten Reimund Billmann (CDU) zählen können. Zuerst bestehe allerdings „dringender Klärungsbedarf”, was Straßen NRW in Alsdorf wann umsetzen wolle. Billmann, Mitglied des Bau- und Verkehrsausschusses des Landtags, will deshalb „das Vorgehen mit dem Landesbetrieb sowie dem Bürgermeister besprechen” und gegebenenfalls über die Fraktion im Ausschuss einen Antrag formulieren, der der Alsdorfer Position gerecht wird.

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