Ausstellung zum Thema Tod in St. Thekla Merkstein

Ausstellung mit Werken zum Thema „Tod - was dann" in der Kirche St. Thekla : Vielseitig und tiefgründig

Bis Sonntag, 7. April, sind die 29 Werke von insgesamt 31 Künstlern aus der gesamten Region zu sehen.

Beeindruckend vielseitig und vor allem tiefgründig ist die Aufarbeitung des Themas „Tod“, die ab heute in der Kirche St. Thekla zu sehen ist. Bis Sonntag, 7. April, sind die 29 Werke von insgesamt 31 Künstlern aus der gesamten Region zu sehen. Im September 2018 hatte Franz-Josef Kempen, Diakon in der Pfarrei St. Willibrord Herzogenrath-Merkstein, die Idee zu diesem Kunstprojekt gehabt und mit Unterstützung von Hanne Wittkämper und Paul Linssen insgesamt 80 Künstler kontaktiert. „Die Resonanz war überwältigend. Wir haben uns intensiv inhaltlich ausgetauscht und das Ergebnis ist nun samt umfangreichen Rahmenprogramm zu sehen“, freut sich Kempen. Kunst und Kultur in die Kirche und auch in den Stadtteil zu holen, das ist ein weiterer Aspekt. „Vor allem aber geht es uns um den Umgang mit dem Tod, der zum Leben gehört“, betont Kempen, der in seinem Arbeitsalltag die Beerdigungen von Verstorbenen aus der Gemeinde betreut.
Alle Blicke auf sich zieht im Altarrum die Installation zum Thema „Neugeburt“. „Diese Arbeit ist in den Jahren 2008 bis 2012 entstanden und zeigt eine sterbende Person, die nach dem Tod ähnlich wie eine Schildkröte aus ihrer Eihülle schlüpft und in eine neue Welt übergeht. Die Extremitäten sind aus Keramik, die Eihaut aus mit Glasfaser verstärktem Polyester“, erklärt Künstlerin Yvonne mümo-Neumann. Johannes Kappetein, Aachener Theologe und Krankenhausseelsorger, widmet sich im Ruhestand der Holzbildhauerei. Er zeigt zwei Skulpturen zum Thema. Die Geschichte von einem Mädchen, das sich umbringen will und dem Tod begegnet, hat den Künstler Willi Arlt für eine besonders beeindruckende Skulptur inspiriert. „Der Tod umfasst das Mädchen mit seinem Mantel, er holt es nicht und hat keineswegs ein böses Antlitz. Er stellt ihr frei, sich noch anders zu entscheiden und will ihr Begleiter sein“, erklärt Arlt. Die abstrakte Darstellung eines Fisches unter dem Titel „Zeitlose Reise“ ist das Werk von Achim de la Haye aus Kohlscheid. Der in der Villa Herzogenrath ansässige Künstler hat mit dem Bild in leuchtenden Farben zwei persönliche Abschiede in der Familie verarbeitet. „Orange steht für das Leben, Blau für die Urgewalt des Wassers“, erläutert de la Haye. So wie dieses Werk sind viele persönlich gefärbt. Die klassische christliche Ansicht eines Kreuzes von Irene Heinen aus Heinsberg trägt keinen Titel und korrespondiert mit dem „echten“ Kreuz daneben. Ebenfalls zu sehen sind eine große Bodeninstallation des Aachener Künstlers Karl von Monschau, ein Bild, das Erfahrungen mit Geflüchteten verarbeitet, sowie ein großformatiges, farbintensives Gemälde, das vom Feuer im Krematorium inspiriert wurde. "Wir möchten gerne den Dialog zwischen Kirche und moderner Kunst fördern. Die Kirche St. Thekla in Streiffeld bietet durch ihre Größe, den lichtdurchfluteten Innenraum und die Schaffrath-Fenster einen idealen Schauplatz für die dreitägige Ausstellung", betont Kempen.

Programm: Freitag, 5. April, 19.30 Uhr Eröffnung durch Bürgermeister von den Driesch und Pfarrer Wolfgang Bußler vom Verein für christliche Kunst im Erzbistum Köln und Bistum Aachen e.V.Samstag, 6. April, ab 10.30 Uhr Kunstfrühstück, 19 Uhr Spiritueller Gottesdienst mit „Musik-Kirche"Sonntag, 7. April, 10 Uhr Gemeindemesse mit Pfarrer Heinz Intrau und Ansprache von Johannes Kappetein, Theologe und Künstler. Der Eintritt ist frei. Infos unter www.pfarrei-st-willibrord.de.

(nina)
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