Ausstellung von Annette Sellerbeck beim Forum für Kunst und Kultur

Vernissage der Ausstellung „Synthesis II“ : Annette Sellerbeck stellt beim Forum für Kunst und Kultur aus

Nicht nur das Werk selbst, sondern auch sein Entstehungsprozess steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Synthesis II“ von Annette Sellerbeck beim Forum für Kunst und Kultur. Die Schau ist spannend und ungewöhnlich.

Annette Sellerbeck ist eine Künstlerin, die ihre Bilder einem Prozess mit ungewissem Ausgang aussetzt, bis dieser sich verselbständigt. „Wie sich ihre quasi-geometrische Grundformen sich zu gezackten Mienen formieren, sich zu bauchigen Gefäßen, zu Tentakeln oder eben Weltraumschrott weiten, das alles sind schon Projektionen – wichtig ist, dass hier mit einfachen Mitteln und Materialien ein Zauber entfacht wird, der aus dem Widerstand erwachsen ist“, erklärte Kunsthistorikerin Helga Scholl im Vorfeld. Dies sei ein Zauber, der nur zum Sehen da ist. Was nun der Betrachter darin sieht, das ist ganz unterschiedlich. „Die Illusion einer Bedeutung stellt jeder für sich selbst her oder nicht. Diese kleinen Bilder haben eine ganz vitale Poesie. Sie behaupten weder Beständigkeit noch Dauer. Sie unterliegen vielmehr einer ständigen Veränderung – wie alles Lebendige“, erklärte Helga Scholl.
Erich Lantin vom Forum für Kunst und Kultur begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste zur letzten Ausstellungseröffnung dieses Jahres. Die Einführung hielt die Kunsthistorikerin Gabriele Teuteberg. Die Kunstexpertin erklärte Näheres über die Arbeitsweise der schaffensfreudigen Künstlerin. Beispielsweise verwandelt Sellerbeck Schellack in zähflüssiges Metall oder Honig schimmerndes, klebriges Harz. Das Ergebnis sieht dann so aus, als hätten Einschlüsse von etwas Lebendigem ihre Zeit überdauert. Mischt Sellerbeck dazu noch Tusche, bilden sich plastische Erhebungen, die an Krater, Korrosion und Krokodilshaut denken lassen. Rost wird von ihr regelrecht gezüchtet, Wachs bügelt sie in Papier hinein. Pergamentpapier beträufelt sie mit Schellack, so dass wirkt wie eine lederne Haut.
Sellerbeck ist 1975 in Mayen in der Eifel geboren, studierte von 1997 bis 2002 Kunst in Wuppertal mit dem Schwerpunkt Malerei und Grafik. Seit 2008 ist die freischaffende Künstlerin und aktuell mit einer Lehrtätigkeit am Berufskolleg vertreten sowie freiberuflich tätig als Kunst- und Museumspädagogin am Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen.
Die Ausstellung dauert bis zum 22. Dezember und ist dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 16. Dezember, gibt es um 15.30 Uhr eine Lesung und Musik zur Weihnachstzeit inmitten der Ausstellung. Erich Lantin vom Forum für Kunst und Kultur und Wilhelm Berges tragen jahreszeitlich passende Geschichten vor, Farsan Rahvari spielt an der Konzertgitarre. Der Eintritt kostet fünf Euro (für Mitglieder frei).

(krüs)