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Natur genießen: Auf jeden Fall, aber auf den Wegen bleiben!

Natur genießen : Auf jeden Fall, aber auf den Wegen bleiben!

Weil wegen der Corona-Pandemie viele andere Möglichkeiten wegfallen, verbringen im Moment mehr Menschen ihre Freizeit in der Natur als sonst. Die untere Naturschutzbehörde der Städteregion Aachen bittet darum, in Feld und Wald trotzdem auf den offiziellen Wegen zu bleiben.

Das gilt insbesondere in Naturschutzgebieten wie dem Wurmtal oder Schlangenberg in Stolberg.

„Besonders in der ersten Jahreshälfte haben Vögel und andere Wildtiere ihren Nachwuchs durch Brut und Fütterung zu versorgen. Das findet nicht nur in Bäumen sondern auch auf dem Boden statt“, betont Udo Thorwesten vom Umweltamt der Städteregion Aachen.

Je mehr Menschen unterwegs sind, desto mehr Schaden können sie anrichten, wenn sie die Wege verlassen. Thorwesten weist zum Beispiel darauf hin, dass frisch ausgetriebene Pflanzen nicht wieder zurück zu einem normalen aufrechten Wuchs kommen, wenn sie durch Menschenfüße und Fahrradreifen zerstört wurden. „Es ist nicht zu tolerieren, dass Mountainbiker und andere Erholungssuchende mit oder ohne Hund sich womöglich neue Wege durch Offenland- und Waldbiotopflächen bahnen.“

In Naturschutzgebieten gilt außerdem ausnahmslos: Hunde müssen an die Leine. Das kann auch eine Langlauf- oder Schleppleine sein, um den Vierbeinern trotzdem Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Wichtig ist neben dem Natur- und Artenschutz auch die gegenseitige Rücksichtnahme. Konflikte und Unfälle können leichter vermieden werden, wenn Reiter, Spaziergänger und Radfahrer jeweils auf den für sie ausgewiesenen Wegen bleiben.

Immer häufiger werden derzeit Zäune zerschnitten und Hecken beschädigt, um in die dahinter liegenden Gebiete oder zum der Wurm zu gelangen. Nicht selten sind auch Wiesen betroffen, aus denen dann Weidetiere ausbrechen und erhebliche Gefahren auslösen können. „Das rücksichtslose Verhalten kann neben einem Bußgeld auch eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung nach sich ziehen“, warnt Thorwesten.

Das Gleiche gilt für Lagerfeuer in freier Natur, die Wald-, Feld- und Offenlandbiotopbrände auslösen können. Als echter „Brennpunkt“ ist derzeit das Wurmtal zu nennen. Hier entdeckte jüngst ein Mitglied der Landschaftswacht Jugendliche, die auf der Halde Gouley in Würselen ein Lagerfeuer entfachten. Dort wurde seinerzeit der restkohlehaltige Steinabraum der Zeche Gouley aufgeschüttet. Dieser kann durch ein offenes Feuer in der trockenen Zeit auch heute noch bis in größere Tiefen in Brand geraten. Ein solcher unterirdischer Schwelbrand ist nur schwer zu bekämpfen, sofern man ihn überhaupt entdeckt.

„Genießen Sie Vogelgezwitscher, beobachten Sie ungestörte Wildtiere und spazieren Sie in ruhigen Schutzgebieten auf den Wegen“, so Udo Thorwesten. „Dann können auch die nächsten Generationen von den Schätzen der Natur profitieren!“