Alsdorf: Auf der Suche nach der Heimat

Alsdorf: Auf der Suche nach der Heimat

Heimat, was ist das? Für viele der Menschen, deren Schicksale in der Ausstellung „Volk auf dem Weg” porträtiert werden, ist Heimat nicht das Gefühl, irgendwo geborgen zu sein.

Sondern fremd zu sein in dem Land, das ihre Vorfahren einst verließen, und nicht mehr erwünscht zu sein in den Ländern, in denen sie selbst gelebt haben. „Heimat ist uns verloren gegangen”, sagte Waldemar Weiz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, bei der Ausstellungseröffnung im Alsdorfer Rathaus.

Chronologisch geordnet

Bis zum 18. Juli sind die Texttafeln dort zu sehen, gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium des Innern und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Im Jahr 1763 beginnt die Chronologie. Damals wanderten viele Deutsche nach Russland aus, fanden ein neues Leben an der Wolga, in der Ukraine oder im Kaukasus. Nach den Weltkriegen und dem Zerfall der Sowjetunion wurden sie vertrieben, viele sind in die Heimat ihrer Vorfahren zurückgekehrt. Doch nur langsam schlagen sie dort wieder Wurzeln.

Eine Erfolgsgeschichte?

Die Integration der Deutschen aus Russland ist insgesamt eine Erfolgsgeschichte - so steht es zu lesen auf den Texttafeln. Doch steht dort auch, dass hierzulande die Vorurteile gegenüber den Russlanddeutschen noch immer groß seien. Weiz: „Die Ausstellung soll dazu Beiträgen, Verständnis für unsere Geschichte zu wecken und Vorurteile abzubauen.”

Das wünschte sich auch Alsdorfs Erster Beigeordneter Ralf Kahlen. „Auch nach Alsdorf sind viele Spätaussiedler gekommen. Über ihre Geschichte wissen wir erstaunlicherweise sehr wenig.” Er sehe die Ausstellung als „gute Möglichkeit, Menschen unterschiedlicher Kulturen in unserer Stadt einander näher zu bringen”. Deshalb soll die Präsentation auch Teil des Tages der Integration sein, der in Alsdorf erstmals am Samstag, 16. Juli, von 14 bis 18 Uhr auf dem Denkmalplatz gefeiert wird.

Die Präsentation „Volk auf dem Weg” wird von umfangreichem Begleitmaterial begleitet, das auch von Schulen genutzt werden kann. Weiz: „Wir laden Jugendliche gerne ein, sich im Rahmen von Schulprojekttagen mit diesem Thema zu befassen, das ein großes innerhalb der deutschen Geschichte ist.”

Informationen zur Präsentation geben Jakob Fischer, Telefonnummer 0171/4034329, und Josef Schleicher, Telefonnummer 0176/29477353.