Würselen: Arbeit an Historischem Friedhof beginnt

Würselen: Arbeit an Historischem Friedhof beginnt

Die Pflege der Heimatgeschichte hat der Heimatverein Bardenberg nicht nur formal in seiner Satzung festgeschrieben. Die in den vergangenen Jahrzehnten entwickelten Aktivitäten legen dafür im Heimatort Zeugnis ab.

Durch Verschönerungsmaßnahmen und geschichtsbezogene Denkmäler sowie Informationstafeln an historischen Gebäuden und an den Ortseingängen sind im „Dörflein“ Meilensteine gesetzt worden. Nunmehr steht mit dem „Historischen Friedhof“ ein weiteres größeres Projekt vor der Realisierung. Der Wandel der Bestattungskultur verändert das Bild der Friedhöfe eklatant. Aufwendig gestaltete Einzel- und Doppelgräber werden zunehmend von Rasengräbern mit einfachen Gedenkplatten sowie Urnengräbern und -stelen abgelöst. Friedwald-Bestattungen haben sich bereits angekündigt. In absehbarer Zeit wird das Friedhofsbild von heute und erst recht das der Vergangenheit nicht mehr nachvollzogen werden können.

Der Heimatverein Bardenberg kann und will diesen „Lauf der Dinge“ nicht aufhalten, möchte aber das Abbauen von Grabmalen nach Ablauf der Ruhefrist durch ein Umstellen von ausgewählten zeit- und ereignistypischen Grabwänden und -tafeln auf einem ausgewählten Abschnitt des Ortsfriedhofs so weit wie möglich lenken.

Nachdem in einem aufwendigen Prozess die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Würselen bei der Oberen Landesbehörde die Genehmigung erwirkt hat, ist am 5. März mit den vorbereitenden Arbeiten durch die Kommunalen Dienstleistungsbetriebe der Stadt begonnen worden. Auf dem freien Areal neben der Leichenhalle des Bardenberger Friedhofs entstehen in den kommenden Wochen Eibenhecken und Zierpfähle, die die Fläche eingrenzen, sowie der zentrale Weg zum Hochkreuz, das im Mittelpunkt des Historischen Friedhofs stehen wird.

Dieses älteste Element des 1881 eröffneten Bardenberger Friedhofs wurde von der Ottenfelder Familie von Blanckhardt der ehemals selbstständigen Gemeinde Bardenberg geschenkt. Es stand viele Jahrzehnte beim Betreten des Friedhofs im Blickpunkt. Mit der starken Zunahme des Verkehrs musste der Friedhofseingang von der Landstraße Herzogenrath- Birk an die Oststraße verlagert werden. Damit verwand das Hochkreuz aus dem Blick der Friedhofsbesucher. Mit der „Versetzung“ auf die neben der Leichenhalle gelegenen Freifläche tritt das Kreuz wieder ins Zentrum.

Nachfahren stimmen zu

Vom Hochkreuz aus werden entsprechend die noch verfügbaren ältesten Grabmale des Bardenberger Friedhofs der Familien Breuer/Meessen/Schultheis und Nellessen aus der Zeit der Jahrhundertwende 1800/1900 um den befestigten Zuweg platziert. Nach einem Sprung auf der Zeitachse in die 1930er Jahre folgt die Wand des Familiengrabes Wintgens. Die verfügungsberechtigten Nachfahren der genannten Gräber hatten der Verlagerung zugestimmt.

Neben zeitbezogenen Grabmalen sollen auch einige ereignisbezogene Gedenksteine einen Platz finden. Es sind die Gedenksteine für die sechs verstorbenen Bardenberger der Kriege 1866/1870/1871, für die 17 Bardenberger des 1. Weltkrieges und die 328 Einwohner, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren haben. Schließlich wird auch der Grabstein des einzigen Ehrenbürgers von Bardenberg, Theodor Genuit, auf den historischen Teil verlegt. Beim weiteren Ausbau der Fläche wird der Heimatverein auf Unterstützung des KDW und des Friedhofsamtes der Stadt Würselen zählen dürfen.

Neben einem ansehnlichen Betrag aus dem angesparten Kassenbestand des Heimatvereins gab es auch seitens der Mitglieder finanzielle Unterstützung. Desweiteren gingen zwei Großspenden ein aus dem Restbestand eines vor 30 Jahren aufgelösten Vereins und von einer Familie ein, die im Besitz eines der genannten Grabmale ist. Weitere Spenden flossen nach einem Aufruf von Bardenberger Geschäftsleuten. Damit ist die Basisfinanzierung gesichert, jedoch würde der Heimatverein auch die neu zu erstellenden Gedenksteine für den 1. uns 2. Weltkrieg sowie Erklärungstafeln realisieren. Daher sind weitere Spenden, über die Steuerbescheinigungen ausgestellt werden, erbeten auf die Vereinskonten bei der Sparkasse Aachen, BLZ 390500000, Konto 7446099, oder bei der VR-Bank, BLZ 39162980, Konto 201194016.

(ehg)
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