Antrag zum Neubau der Bahnbrücke Pilgramsweg: Doch noch abwarten?

Neubau Bahnbrücke Pilgramsweg : Jetzt Geld in die Hand nehmen oder abwarten?

Die Herzogenrather CDU-SPD-Kooperation möchte eine neue Brücke über die Bahnlinie am Pilgramsweg bauen lassen. Doch hier soll irgendwann auch der Radschnellweg kreuzen ...

Mehrere Trampelpfade zeugen davon, einer besonders deutlich, hier ist sogar der Schotter des Gleisbetts – durch den Schwung dicker Mountainbikeräder? – weggerutscht: Offenbar nicht wenige Spaziergänger scheuen den Umweg bis zur Fußgänger-Bahnunterführung und laufen an der engsten Stelle zwischen Eisenbahnstraße und Hundforter Weg verbotenerweise einfach über die Gleise. Beim Ortstermin ist ein Mann mittleren Alters zu beobachten, der mitsamt Hund über die Schienen huscht und mit durchaus schuldbewusstem Blick Richtung Pilgramsweg verschwindet. Und das, obwohl Züge im Abstand von nur wenigen Minuten passieren. Ein Verbotsschild ist nicht zu entdecken, würde wahrscheinlich ohnehin wenig Eindruck machen. Eine wild wachsende Brombeerhecke indes schon. Doch die Bahn hat den Damm „fußgängerfreundlich“ kahlgeschoren.

Wohl auch aus dem Wissen um derart gefährliche Gleisquerungen heraus drängt die CDU-SPD-Kooperation auf den Bau einer neuen Brücke an alter Stelle, die maximal für Radfahrer ausgelegt ist. Bislang war eine solche zwar ins Auge gefasst, ein Beschluss aber verschoben worden, wie der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda bestätigt: Mit Blick auf den von Straßen.NRW zu finanzierenden Radschnellweg, der die stark frequentierte Bahnstrecke dereinst an dieser Stelle kreuzen soll. So die derzeitigen Pläne. Warum sollte die Stadt Herzogenrath also vorher Geld in die Hand nehmen, wenn eine neue Brücke auf anderem Wege finanziert werden könnte?

Indes: Zeitliche Dimensionen sind nicht absehbar, denn für das angepeilte Leuchtturmprojekt im Sinne muskelabhängigen Individualverkehrs ist das Linienfindungsverfahren noch nicht abgeschlossen. So wird der Groko-Brücken-Antrag im Fachausschuss voraussichtlich eine Mehrheit finden und die Verwaltung daraufhin eine Planung vorlegen. Diese dann auch zu beschließen, obliegt wiederum der Politik.