Herzogenrath: An Geschichte von Kohlscheid erinnern

Herzogenrath : An Geschichte von Kohlscheid erinnern

Die Kunsthistorikerin Dr. Christa Murken hat vorgeschlagen, zumindest einen kleinen Teil des ehemaligen Ledigenheims der Grube Langenberg in Kohlscheid zu erhalten und dort zur Erinnerung an die 400-jährige Bergbaugeschichte ein Café mit einem historischen Schauraum einzurichten.

Dafür würde sich ein Anbau des großen Gebäudes anbieten. Murken sagte: „Kohlscheid trägt schließlich aufgrund dieser Geschichte seinen Namen.“

Hintergrund für diesen Vorschlag, der sich letztlich an die Stadt Herzogenrath und den Stadtrat richtet, ist, dass „das letzte stehende Zechendenkmal am Langenberg aus dem Jahr 1622 abgerissen werden soll, um für einen riesigen Supermarkt Platz zu schaffen, den keiner braucht“, so Murken.

Das Gebäude sei von überregionaler Bedeutung. Die Kunsthistorikerin verweist auf den Umweltbericht der Stadt Herzogenrath aus dem Jahr 2017. Dort wird das Gebäude „als denkmalwert eingeschätzt“, wenngleich es nicht unter Denkmalschutz steht. Weiter heißt es zwar, dass sich bei Abriss „ein Konflikt mit dem rechtlichen Denkmalschutz voraussichtlich daraus nicht resultiert“. „Dies ist jedoch im weiteren Verfahren unter Berücksichtigung möglicher Stellungnahmen der zuständigen Stellen zu erörtern.“ Das fordert Murken nun ein.

„Es geht darum, zumindest durch diese kleine vorgeschlagenen Lösung ein Zeichen zu setzen“, sagt sie. Die Rede sei immer wieder von Erinnerungskultur. Diese müsse sich aber in einem Stadtbild, so eben auch in Kohlscheid, wiederfinden. Zudem verweist die Kunsthistorikerin auf das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Es sei offenbar politischer Wille, den Begriff Heimat wieder mehr mit Leben zu füllen. „Die Menschen spüren, dass sie neben Arbeit, Wohnen, Nahversorgung und Bildung auch kulturelle Identität brauchen.“

Murken ist der Auffassung, dass für den Erhalt solcher Gebäude(teile) durchaus Fördermittel zur Verfügung stehen und eine Reihe von Kommunen auch vorgemacht hätten, wie historische Gebäude durch sinnvolle Neunutzung der Nachwelt erhalten werden können.

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