Alsdorfer Ordnungsamt drückt wieder die Schulbank

Ordnungsamt in Alsdorf: Präsenzdienst drückt wieder die Schulbank

Die Polizei versuche sich aus dem Bereich der Gefahrenabwehr immer weiter zurückzuziehen, mehr und mehr Aufgaben in dieser Hinsicht würden die Ordnungsbehörden übernehmen, erklärt Frank Dohms, stellvertretender Leiter des Alsdorfer Ordnungsamts. Mit einem neuen Konzept sollen Mitarbeiter des Ordnungsamts daher bald geschult werden.

Randalierende, alkoholisierte Jugendliche, wilder Müll, Amtshilfe bei Hausdurchsuchungen für Zoll oder Polizei – der Präsenzdienst des Ordnungsamts kümmert sich längst nicht mehr nur um regelwidrig abgestellte Fahrzeuge. Weil sich das Aufgabengebiet in der Vergangenheit sehr verändert hat, es aber kein eigenes Berufsbild mit einer festgelegten Ausbildung gibt, gehen Städte und Kommunen eigene Wege. So wie Stolberg, wo jüngst mit der Umsetzung eines eigenen Konzeptes mit zweieinhalbjähriger Qualifizierung für Mitarbeiter des Ordnungsamts im Außendienst begonnen wurde, will auch Alsdorf eine eigene Weiterbildung für den Präsenzdienst einführen – und das bereits Ende des Frühlings oder spätestens zu Beginn des Sommers.

Aufgaben haben sich verändert

Bis zum Jahr 2000 kümmerten sich Mitarbeiter des Ordnungsamts in Alsdorf um die Überwachung des ruhenden Verkehrs. Es hatte sich damals jedoch herauskristallisiert, dass sich die Aufgaben ebenso wie die Anforderungen verändert hatten, erklärt Frank Dohms, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts und Einsatzleiter des Präsenzdienstes. Vor rund 19 Jahren sei deshalb der Präsenzdienst ins Leben gerufen worden. Vier Kollegen wurden zu Beginn eingesetzt und mit einheitlichen Uniformen ausgestattet. Fortan gehörten zu ihren Aufgaben auch Streifengänge oder Aufdecken, Verfolgen und Ahnden von Ordnungswidrigkeiten aller Art.

Die Polizei versuche sich aus dem Bereich der Gefahrenabwehr immer weiter zurückzuziehen, mehr und mehr Aufgaben in dieser Hinsicht würden die Ordnungsbehörden übernehmen, erklärt Dohms. Bis zum Jahr 2016/2017 wuchs die Zahl der Mitarbeiter auf 9. Seit jeher handelte es sich um Quereinsteiger. Egal, ob nun ein ehemaliger Feldjäger, Koch oder Dachdecker in der Uniform des Ordnungsamts unterwegs ist, bestimmte Kenntnisse müssen die Mitarbeiter in diesem Job haben, um bestmöglich auf unterschiedliche Situationen vorbereitet zu sein.

Schulungen, an denen die Mitarbeiter des Präsenzdienstes freiwillig teilnehmen können, gibt es schon länger – zu Rechtsfragen oder Selbstverteidigung etwa. Auch ein Teil der bis zu zwei Jahren dauernden zusätzlichen Qualifizierung, die bald kommen soll, ist freiwillig. Allerdings ist geplant, auch einen Anreiz zu geben, die volle Distanz zu gehen – inklusive Klausuren und Abschlussprüfung. Dann nämlich soll im Anschluss die Möglichkeit bestehen, in eine höhere Entgeltgruppe aufzusteigen. Die Ausbildung soll zu einem Teil inhaltlich an die Ausbildung eines Verwaltungsfachangestellten angelehnt sein, was Staatsrecht, Verkehrsrecht und Ordnungsrecht betrifft zum Beispiel.

Praktika und Kooperation

Praktika für die Mitarbeiter des Präsenzdienstes bei der Polizei – in der Stolberger Variante sind sie Teil der Qualifizierung – seien in Alsdorf noch nicht mit der Polizei besprochen, erklärt Ralf Kahlen, Erster Beigeordneter. Allerdings wolle man sich darum noch kümmern. Außerdem böte sich eventuell eine Zusammenarbeit mit Stolberg mit Blick auf Schulungen an. Auch dazu wolle man die Fühler ausstrecken.

Derzeit, sagt Kahlen, liege das Konzept, das bereits seit geraumer Zeit in der Entwicklung war, der Personalabteilung zur Prüfung vor.

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