Städtischen Chöre Alsdorf präsentieren Mozarts Sakralmusik

Städtischen Chöre : Mozarts Sakralmusik begeistert in Alsdorf

Er ist wieder da – und wie! Die Rede ist hier von Chordirektor Günther Kerkhoffs. Zwar war der Leiter der Städtische Chöre Alsdorf nicht „eben mal weg“, sondern probte jeden Mittwoch mit seinen Schützlingen.

Doch auffallend war es schon, dass der die Bühne suchende und schätzende Aachener eine Zeit lang nicht als Dirigent aufgetreten war.

Bei den Konzerten zuletzt, bei denen Pop- und Musicalmusik dominierte, stand seine Tochter Vera Kerkhoffs-Kreutz am Dirigentenpult. Doch jetzt – wie Phönix aus der Asche – ist der Unermüdliche wieder da, führte „seinen“ Chor mit einem Klassik-Konzert, seiner eigenen unbestrittenen Domäne, in der Kirche St. Mariä Heimsuchung, zu einer großen Leistung. Selbstverständich war das nicht: Das Programm war höchst anspruchsvoll – und bis in die letzten Proben hinein war der Erfolg nicht sicher, wie zu hören war.

Melodische Schönheiten

Doch wie nach einer tollen Generalprobe oft die Aufführung schwächelt, so lief der Chor nach einer anstrengenden Generalprobe auf den Moment zu hoher Form auf.

Die Chorgemeinschaft von Städtischem Chor Alsdorf, Städtischem Jugendchor und Jungem Chor Alsdorf sowie Kirchenchor St. Mariä Heimsuchung Schaufenberg präsentierte mit Wolfgang Amadeus Mozart einen „Giganten im Bereich der Wiener Klassik“, wie das Programmheft verkündete. Und zwar einen bekannten und unbekannten Mozart im Bereich der Sakralmusik, wie es weiter hieß.

Der bekannte: Das war der Komponist der Krönungsmesse, welche ihren Namen wegen ihrer Verwendung bei den Krönungsfeierlichkeiten für Kaiser Franz II. erhielt. Oft gehört in Alsdorf, strahlte dennnoch die jüngste Alsdorfer Interpretation doch eine Frische aus, welche die Besucher aufs Neue erstaunte und begeisterte.

Tatjana Kronau (Sopran), Martina van Westen (Alt), Martin Endrös (Tenor) und Christian Brülls (Bass) hatten bereits beim beschwingten Benedictus, einem typischen Mozart-Stück, überzeugt.

Pastoralreferentin Bärbel Schumacher führte dann mit einleitenden Worten zu den Stundengebeten der Kirche in den „unbekannten Mozart“ ein, musikalisch repräsentiert durch die „Vesperae solennes de confessore“. Mozart komponierte die festliche Vesper – darunter fünf Psalmen und das Magnificat des Lukas-Evangeliums – wohl für den liturgischen Festtag eines heiligen Bekenners, daher wohl der Zusatz „de confessore“. Mozart komponierte sie 1780, als er noch im Dienste des Salzburger Erzbischofs Hieronymus von Colloredo stand.

Souveräner Begleiter

Günther Kerkhoffs führte die Chorgemeinschaft und die Solistinnen sowie Solisten präzise und mit gezügelter Energie durch ein Werk, das viele neue melodische Schönheiten bereithielt und dabei eine Frömmigkeit ausstrahlte, die für die Besucher aller Konfessionen ergreifend war.

Pastoralreferentin Bärbel Schumacher hatte vor der Aufführung bewusst darauf hingewiesen, dass die Vesper wie die anderen Stundengebete nicht nur in der katholischen, sondern auch in den evangelischen und orthodoxen Kirchen fest verwurzelt sind.

Zum Schluss gab es Beifall für eine bemerkenswerte kirchenmusikalischen Stunde, an der nicht zuletzt Organist Ewald Schwiers wieder als souveräner Begleiter sowie bei der Einstudierung neben Willy Beckers seinen Anteil hatte!

(jope)