Stadtteilgespräch in Alsdorf-Ofden: Parkplätze und Licht gewünscht

„Quasi ein Premiumstadtteil“ : Parkplätze und mehr Licht gewünscht

Im Gespräch mit Bürgermeister Alfred Sonders sprechen Bürgerinnen und Bürger über den Stadtteil. E-Mobilität, Parksituation und eine Hundewiese sind unter anderem ein Thema.

„Wir sind also quasi ein Premiumstadtteil.“ Gelächter und Geschmunzel im Auditorium. Beim Stadtteilgespräch mit Bürgermeister Alfred Sonders in der Gaststube des Kleingartenvereins „Am Kiesacker“ brachte es einer von rund 50 Gästen auf den Punkt. Zuvor hatte Sozialraumplanerin Nicole Koch Daten und Fakten über den Sozialraum Ofden und Schleibach vorgestellt.

Es ist im Vergleich einer der kleineren Sozialräume in Alsdorf mit einer tendenziell eher älteren Bevölkerung, die andererseits überdurchschnittlich hoch erwerbstätig ist. Schuleingangsuntersuchungen bescheinigen durchweg gute körperliche Fähigkeiten des Nachwuchses. Nicht zu finden ist hier geförderter Wohnraum, die Arbeitslosenquote ist mit 2,9 Prozent sehr gering. Der Bildungsindex, der von eins bis acht reicht, liegt bei fünf, während er für Alsdorf in Gänze bei vier liegt. Mit 5,8 Prozent leben wenige nichtdeutsche Einwohner in Ofden und Schleibach.

Nach dem Referat von Koch stellte Marco Stabe, der Klimaschutzbeauftragte der Stadt, neue Möglichkeiten der Mobilität in Alsdorf vor. Das E-Bike-Sharing werde im Verbund mit weiteren Nordkreiskommunen ausgebaut, für die Euregiobahn sei die Nordachse bis Setterich in der Planung. Die neu zu schaffende Regiotram solle Pendler aus Baesweiler, Alsdorf und Würselen nach Aachen transportieren und umgekehrt; sie werde vollelektrisch funktionieren und teils ohne Oberleitungen auskommen. Neue „Mobilstationen“ sind außerdem geplant, um Verknüpfungspunkte zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln zu bilden. Auch Infopunkte seien hier geplant, markante Stelen als Erkennungsmerkmale sowie eine neue App, um das Ganze – zumindest für den Smartphone-Besitzer – noch praktikabler zu machen.

Überlegt seien diese Mobilstationen am Bahnhof Annapark, an der Poststraße, am Dreieck und in Busch. Zuletzt wies Stabe auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos hin, der am Tierpark und an der Luisenstraße bereits realisiert sei. Anschließend waren die Bürger an der Reihe, den Bürgermeister mit Fragen und Anregungen zu löchern.

Den Wunsch, dass alle Kinder doch in der Stadt die Möglichkeit bekommen sollten, schwimmen zu lernen, beantwortete Sonders mit dem Bau des neuen Hallenbades. Er betonte, das Schulschwimmen solle überall erhalten bleiben. Die Qualität verschiedener Fahrradwege war ein weiteres Thema, etwa der kurze Zubringer am Ortsausgang Ofden Richtung Euchen auf den Fernradweg, der nicht asphaltiert sei. Allerdings gab Sonders zu Protokoll, dass das Stück möglicherweise auf Würselener Stadtgebiet liege, so dass man nur einen freundlichen Hinweis an die Kollegen in der Düvelstadt geben könne.

Im Broichbachtal, so erklärte er, stehe noch ein Ausbau von Radwegen an. Der Verkehr an Ofdens Grundschule war das nächste heiße Eisen. Ob die Daniel-Schreber-Straße nicht besser in eine Einbahnstraße verwandelt werden könnte? Sonders gab an, solche Modelle bereits geprüft zu haben, und prophezeite, dass dann der Verkehr noch anstrengender würde. Falsch parkende Eltern seien auch immer wieder ein Ärgernis, jedoch kontrolliere das Ordnungsamt täglich an 20 Kindergärten und zwölf Schulen in der Stadt. Ob eine Beleuchtung des innerörtlichen Parks nicht für einen sichereren Schulweg fern des Verkehrs sorgen könne? Sonders betonte, dass der Weg entlang der gut ausgeleuchteten Straße der sicherste Schulweg sei. Eine Beleuchtung des Parks sei auch eine erhebliche Investition, die er pro Laterne mit rund 10.000 Euro bezifferte.

Viel Zuspruch erhielt eine Wortmeldung, dass die Kennzahl Freundlichkeit in die Sozialraumplanung gehöre und alle mithelfen könnten, daran zu arbeiten. Der Bürgermeister erklärte lächelnd dazu: „Das ist schwer zu erfassen, aber subjektiv gut zu erfahren.“ Einen breiten Raum nahm das Thema Parken ein. Wo schnell Lösungen gefunden werden können wie kürzlich im Kressenweg, sei die Stadt gerne zur Stelle, erklärte Sonders. Andererseits sei er beispielsweise auf der Dorfstraße froh über die parkenden Autos, da die Dorfstraße ansonsten drohe, Alsdorfs schnellste Rennstrecke zu werden. Dem Parken auf breiten Bürgersteigen erteilte er eine Absage, da die Bürgersteige für diese Nutzung nicht ausgelegt seien und Schaden nehmen würden. Den vor Jahren erstellten Masterplan Ofden verfolge die Stadtverwaltung nach wie vor, doch an vielen Stellen sei langer Atem nötig.

Zur Anziehung eines Nahversorgers hoffe er auf die Auslastung der neuen Baugebiete, die die Kaufkraft vor Ort ansteigen lassen. Sonders spekulierte, wohl wissend, dass die Stadt nicht Eigentümer ist, über die Fläche der alten evangelischen Kirche. Es sei denkbar, einen kleinen Supermarkt kombiniert mit Wohnraum darüber an solcher Stelle zu entwickeln. Beleuchtungen in der Grünanlage und auf der Rückseite des Arnikaweges will die Stadt prüfen lassen, ob kleine Lösungen machbar sind. Überquellende Mülleimer im Park Richtung Weiher konterte Sonders damit, dass diese wöchentlich geleert würden.

„Und wenn das nicht reicht, ist ein Anruf beim Eigenbetrieb immer möglich. Die Nummer steht auf dem Abfallkalender“, erklärte der Bürgermeister. Dem Wunsch nach einer Hundewiese erteilte er zunächst eine Absage. Andere Kommunen hätten keine positiven Erfahrungen, und Alsdorf müsse schließlich 17 Stadtteile bedienen.