Stadtteilgespräch Alsdorf-Hoengen: Diskussion mit Bürgern

Stadtteilgespräch Hoengen : Diskussion mit engagierter Bürgerschaft

Die Stadt Alsdorf sammelt wichtige Daten für eine effiziente und umweltfreundliche Sozialraumplanung. Dies erklärte Bürgermeister Alfred Sonders beim Stadtteilgespräch in Hoengen.

Bürgermeister Alfred Sonders ist mit seinem Verwaltungsteam seit Wochen zu Stadtteilgesprächen unterwegs. Im Stadtteil Hoengen stieß er jetzt zu seiner Freude auf ein aus allen Nähten platzendes Haus Aretz. Um wichtige Daten der Stadt auf allen Gebieten zu sammeln, sei es wichtig gewesen, eine Sozialraumplanung durchzuführen, so der Bürgermeister nach der Eröffnung.

Gute Beschäftigungsquote

Diese Notwendigkeit mit Fakten und Ergebnissen erläuterte, von Texten und Karten untermalt, Nicole Koch vom Sozialamt äußerst umfangreich und zielgenau. Hier nur einige der wichtigsten Ergebnisse der Sozialraumplanung 4 Hoengen: Im Sozialraum Hoengen leben 9,12 Prozent der Alsdorfer Bürger. Mit 8,3 Prozent hat Hoengen einen unterdurchschnittlichen Anteil nichtdeutscher Bewohner. 50 Prozent der Hoengener sind älter und 50 Prozent jünger als 45 Jahre. Der Sozialraum Hoengen hat mit 56 Prozent eine gute Beschäftigungsquote. Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,5 Prozent auch leicht unter dem städtischen Durchschnitt. Im Sozialraum Hoengen leben 5,47 Prozent aller in Alsdorf gemeldeten Bürger mit ausländischer und mehrstaatlicher Staatsbürgerschaft. Diese Personengruppe stellt 11,55 Prozent der Hoengener Bevölkerung und erreicht mit 47,6 Prozent die höchste Beschäftigungsquote der Stadt. Das Fazit von Nicole Koch am Ende ihres Vortrages: „Es handelt sich um einen Sozialraum durchschnittlicher Größe mit einer stadttypischen Altersverteilung. Der Sozialraum Hoengen ist also ein Sozialraum, der positiv zwar nicht besonders herausragt, aber auch keine negativen Ausreißer aufweist. Es besteht zwar Luft nach oben, im Gesamtbild ist man aber durchaus gut aufgestellt“.

Über die zukünftige Mobilität in Hoengen informierte der Sachbearbeiter der Stadt, Marco Stabe. Gleich zu Beginn wies er darauf hin, dass das Verkehrsaufkommen bis mindestens 2030 noch deutlich zunehmen werde, der Binnenverkehr um 31 Prozent, der Pkw-Verkehr um 10 Prozent und der Lkw-Verkehr um 39 Prozent. Stabe bezeichnete die L 136 (Jülicher Straße), die Konrad-Zuse-Straße, die Kirchstraße/Goethestraße, die Marktstraße und die Schillerstraße als die Hauptverkehrsachsen. Er erläuterte den Busverkehr über Hoengen mit den Anbindungen jetzt und später, den Radverkehr, der über ein Knotenpunktnetz realisiert wird. Er ging auch auf die Euregiobahn mit dem Ausbau des Netzes mit neuen Haltepunkten und Modernisierung der Elektrifizierung näher ein. Ein weiteres Thema war die Regio-Tram mit Neubau und Reaktivierung von Strecken sowie die Nutzung modernster Technologie, die Mobilstationen und der Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Jetzt war Bürgermeister Alfred Sonders gefordert, denn es entwickelte sich zu den einzelnen angesprochenen Themen eine rege Diskussion, wobei, wie sicherlich auch bei anderen Stadtteilgesprächen, Verkehrslenkungsmaßnahmen im Mittelpunkt standen, weil sich viele Bürger durch den wachsenden Verkehr, schlechte Straßen und fehlende Parkplätze stark belastet fühlen. Zu Beginn aber standen zunächst Fragen an den Bürgermeister wegen der Zahlung von Beiträgen bei Neubauten oder Reparaturen von Straßen an, worüber sich die Bürger sehr verärgert zeigten. Die Stadt hat derzeit laut Sonders fünf neue Straßen ausgebaut. Bei neu zu bauenden Straßen haben die Anlieger mit 90 Prozent der Kosten die höchsten Anliegerbeiträge zu zahlen, erläuterte Bürgermeister Sonders, und informierte dann über die vorgesehenen Straßenbaumaßnahmen in den nächsten Jahren.

Viele Bürger äußerten ihren Ärger über den Verkehr und forderten bzw. schlugen Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrslenkung in Hoengen vor. Hierzu gehörte auch die angesprochene Überlegung oder Forderung einiger Bürger, die Schillerstrasse zur Einbahnstraße umzufunktionieren. Aber auch der Verkehr über andere Straßen im Hoengener Innenbereich, etwa die Feldstraße, Marktstraße oder Falterstraße, wurden bezüglich des Verkehrsflusses erörtert und standen im Mittelpunkt der Diskussionen.

Vom Bürgermeister entschärft

Diesbezügliche Vorwürfe an die Stadt wurden vom Bürgermeister entschärft, der an diesem Abend keine Frage schuldig blieb und sich für alles offen zeigte. Ein Bürger erhob den Vorwurf, dass die Stadt Wohnbaugebiete errichten lasse und sich dann erst um den Verkehrsfluss bemühe. Es müsse umgekehrt gehen. Viele weitere Verbesserungswünsche konterte Sonders mit der Frage: „Wer soll das bezahlen“?. Viele Interessen würden aufeinander stoßen, und dies in vielen Bereichen.

Das Fazit des Bürgermeisters: „Wir suchen nach Möglichkeiten, wie wir ohne Autos besser zum Ziel kommen, um Alternativen zum Auto aufzumachen. Gelingt dies, wird sich vieles zu den heute festgestellten diesbezüglichen Problemen bessern. Ich plädiere daher für eine gründliche Überprüfung, um dann danach zu entscheiden. Ich bin offen für alles. Es muss realisierbar sein und mit unseren finanziellen Möglichkeiten im Einklang stehen“, beendete Bürgermeister Sonders ein lebhaftes, aber stets faires Stadtteilgespräch mit hoch interessierten Bürgern.

(rp)
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