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Naturschutz: Neun alte Kastanien in Alsdorf-Neuweiler sollen weiter wachsen

Naturschutz : Neun alte Kastanien in Alsdorf-Neuweiler sollen weiter wachsen

Neun rund 160 Jahre alte Kastanienbäume haben in Alsdorf-Neuweiler bald wieder bessere Wachstumsbedingungen. Eine Fachfirma entsiegelt jetzt im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde der Städteregion Aachen die asphaltierte Zufahrtstraße zum ehemaligen Lüfterschachtgelände Anna III in Alsdorf-Neuweiler.

Dabei werden nicht nur die Asphaltdecke, sondern auch alle Randsteine und Pflasterrinnen sowie Teile der Stahlbetonmauer des ehemaligen Sportplatzes entfernt. Auf diese Art und Weise werden dort die Bedingungen für neun geschützte Rosskastanien nachhaltig verbessert. Gerade in der aktuellen Trockenheit leiden die Bäume erheblich unter Wassermangel, weil die Niederschläge in der abschüssigen Zufahrt in die Straßenkanäle der Wagnerstraße fließen. Den rund 160 Jahre alten Bäumen kam davon kaum etwas zu Gute.

Das Kernproblem ist, dass der größte Teil der Flächen unterhalb der Baumkronen der Rosskastanien asphaltiert war. Das Wasser lief über den Asphalt direkt ab und gelangte nicht an die Wurzeln. Zudem glich der Wurzelraum von vier Kastanien eher einem Blumentopf. Ihr Stammdurchmesser misst fast einen Meter weniger als der der fünf weiteren Bäume. Denn Randsteine und Betonmauern des ehemaligen Sportplatzes hinderten das Wurzelwerk schon Jahrzehnte daran, sich frei zu entfalten.

2019 hat der Städteregionsausschuss den Grunderwerb von Flächen in diesem Bereich für den Natur- und Artenschutz beschlossen. Zudem hat der Eigentümer der ehemaligen Sportplatzfläche ohne Zögern sein Einverständnis zur Verbesserung der Baumstandorte erteilt. Der Bereich wird von der unteren Naturschutzbehörde jetzt ökologisch entwickelt. Im vergangenen Halbjahr wurde so schon links der ehemaligen Zufahrt zum Schacht Anna III rund 250 Quadratmeter Fläche entsiegelt. Dort wurde das ehemalige Vereinsheim des Fußballvereins mit allen Nebenanlagen komplett zurückgebaut. Die Fläche steht nun den Rosskastanien wieder als Lebensraum zur Verfügung.

Die für die untere Naturschutzbehörde tätige Firma „Lebenshilfe“ ist in diesen Tagen mit Unterstützung einer Baggerfachfirma dabei, den Asphalt von der Zufahrt entfernen. Zudem werden alle Betonfundamente, die Rand- und Pflastersteine sowie eine Stützwand entfernt und dem Baustoffrecycling zugeführt. Der Schotter des Straßenunterbaus bleibt vor Ort als offene Versickerungsfläche liegen und wird anstelle der alten Randbefestigungen eingebaut.

Insgesamt werden in Neuweiler so rund 850 Quadratmeter ehemals versiegelte Fläche wieder der natürlichen Entwicklung zurückgegeben.

Auf einer Fläche in diesem Bereich werden im Herbst Schwarzpappeln gepflanzt. Die alten Pappelbäume mussten seinerzeit bei dem Abriss der Bergbauanlagen und der Verfüllung des Schachtes weichen. Dann haben in einigen Jahren auch die Saatkrähen wieder die Chance, dort ungestört eine neue Kolonie zu gründen.