Nächtliche Lautstärke im Annapark in Alsdorf stört Anwohner

Getunte Autos, feiernde Heranwachsende : Nächtliche Lautstärke im Alsdorfer Annapark stört Anwohner

Die von oben drüber seien Anfang des Jahres erst eingezogen und zögen jetzt schon wieder aus. Weil sie nicht mehr hätten ertragen können, was nachts vor der Haustür passiert. Der Nachbar des Annaparks kann es nicht fassen, nicht verstehen, wie unüberhörbar das Problem mit dem Lärm und den Belästigungen für die unmittelbaren Anwohner des Freigeländes doch eigentlich ist und dennoch kein Kraut dagegen gewachsen scheint.

Feuerwerk, das nach Mitternacht abgebrannt wird, quietschende Reifen, knallende Auspuffe, zerschlagene Flaschen – der Anwohner fühlt sich nicht nur gestört, in manchen Nächten raubt es ihm den Schlaf.

Immer schlimmer geworden

Alleine ist er mit dieser Erfahrung nicht. Insgesamt sechs Familien seien bei Bürgermeister Alfred Sonders vorstellig geworden, um von den Zuständen, den lauten Nächten zu berichten – in der Hoffnung, dass sich endlich etwas ändert. Nach zweieinhalb Jahren, in denen es laut dem Anwohner – der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, weil er nicht den Groll bestimmter Besucher des Annaparks auf sich ziehen will – immer schlimmer geworden sei. Sehr überzeugt scheint ihn das Gespräch allerdings nicht zu haben. „Wir sollen protokollieren, wenn das stattfindet, es werde dann an die Polizei weitergeleitet“, erzählt der Anwohner.

Präsenz und Kontrolle

Tatsächlich weiß man im Bürger- und Ordnungsamt um Vorgänge im Annapark, um lärmende Jugendliche und Heranwachsende, um Treffen mit getunten Autos. Bis Mitternacht ist der Spätdienst des Ordnungsamts im Annapark unterwegs, manchmal auch bis 1 oder 2 Uhr am Morgen. Zeigt Präsenz, kontrolliert und sanktioniert, wenn nötig. Das komme immer wieder vor, erklärt Leiter Jürgen Kochs. Platzverweise würden erteilt wegen Lärmbelästigung, Ordnungswidrigkeiten wie Verunreinigung, Ruhestörung oder nicht angeleinte Hunde geahndet.

Oft aber gebe es bei Kontrollen schlicht „keine Feststellung“, könne den überprüften Personen nichts zur Last gelegt werden. Und Kochs kann sich denken, woran das in etlichen Fällen liegt. Es ist der gleiche Gedanke, den auch der Anwohner vom Willy-Brandt-Ring hegt. „Die warnen sich gegenseitig, sobald sie Ordnungsamt oder Polizei sehen“, erläutert er. Kleinere Grüppchen stünden doch überall und so ein Handy sei auch schnell gezückt. Oft sei das so, sagt Kochs.

„Wenn die einen Einsatzwagen sehen, dann ist da plötzlich Ruhe.“ In so einem Fall könnten die Mitarbeiter des Ordnungsamts nichts machen. Es handle sich um ein großes Areal, frei einsehbar dazu. Das Problem werde man trotz Kontrollen nie zu 100 Prozent in den Griff bekommen. Die Patrouillengänge im Annapark werden zwischenzeitlich übrigens dokumentiert, weil man dem Ordnungsamt vorgeworfen habe, dort gar nicht oder viel zu selten unterwegs zu sein.

Selbst einen Versuch zu unternehmen, bei der lärmenden Klientel für Ruhe zu sorgen, davon rät Kochs übrigens dringend ab. Man wisse nie, auf wen man treffe und in welchem Zustand sich eine Person befinde. Tatsächlich hat der Anwohner bereits beobachtet, dass an den Steinbänken im Annapark etwa gekifft und gesoffen wird. „Wenn die sich da treffen und diese Dinge tun, das juckt ja im Grunde niemanden“, sagt er. Was aber störe, sei der Lärmpegel, der diese Aktivitäten offenbar automatisch flankiert.

Wer etwas beobachte oder sich gestört fühle, solle die 110 wählen. Die Kollegen der Polizei setze man von Kontrollgängen im Annapark immer in Kenntnis, aus der Leitstelle würden entsprechende Einsätze dann an die Mitarbeiter des Ordnungsamts weitergeleitet. Wenn die nicht im Annapark sind, dann kommt die Polizei.

Aus dem Aachener Präsidium sei das Areal bisher nicht besonders auffällig geworden, heißt es auf Nachfrage. Im Rahmen von Streifenfahrten seien Einsatzwagen aber immer wieder auch im Annapark unterwegs. Allerdings sei die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen und bestärkt jeden, der etwas beobachtet, sich an die Polizei zu wenden.

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