Medizinforum zur Volkskrankheit Heuschnupfen in Alsdorf

In Alsdorf : Medizinforum zu Volksleiden Heuschnupfen

So abgedroschen der Begriff auch sein mag: Heuschnupfen ist eine Volkskrankheit. Die Betroffenen leiden. Still, trotz anhaltenden Niesens, trotz der laufenden Nasen und der Augen.

Mögliche Linderungs- und Heilungsprozesse sind langwierig. Das wissen Mediziner und Wissenschaftler – aber sie können helfen, denn es gibt gute Heilungsmöglichkeiten.

Fast 20 Prozent der Menschen in Deutschland leiden unter der Pollenallergie Heuschnupfen. „Leider mit steigender Tendenz“, wie Dr. med. Elisabeth Gronholz anlässlich des Alsdorfer Gesundheitsforums in der Stadthalle einleitete.

Dr. Elisabeth Gronholz ist niedergelassene Fachärztin für Hals, Nasen-, Ohrenheilkunde, Allergologie und Naturheilverfahren in Aachen. Sie referierte zum Thema „Heuschnupfen, wenn die bösen Pollen kommen“. Diese Veranstaltung fand im Rahmen des 53. Alsdorfer Gesundheitsforums und des 33. Gesundheitsforums unter der Federführung des Fördervereins Katholische Stiftung Marienhospital Aachen statt.

Rolf Leonhard Haugrund, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins und Brigitte Hinkelmann, die „gute Seele“ der Foren von Anbeginn, eröffneten die Veranstaltung. Als Heuschnupfen (Pollenallergie, saisonale allergische Rhinitis) bezeichnen Mediziner eine Überempfindlichkeit des Immunsystems auf Eiweiße verschiedener Pflanzenpollen.

Davon betroffen ist fast jeder Fünfte in Deutschland. Eine verstopfte, laufende und juckende Nase sowie gerötete, juckende Augen sind die wichtigsten Symptome bei Heuschnupfen.

Die Beschwerden lassen sich mit Medikamenten lindern. Außerdem kann versucht werden, mit einer spezifischen Immuntherapie das bei Heuschnupfen überschießende Immunsystem direkt in den Griff zu bekommen.

Symptome, Ursachen, Nachweise, Behandlungsmöglichkeiten und Therapien: Danach untergliederte die HNO-Spezialistin ihren Vortag. Beschwerden wie Juckreiz, Niesreiz, Niesattacken, gerötete und tränende Augen werden begleitet von Symptomen wie Müdigkeit, Reizbarkeit und vielen Fällen auch Depressionen. Dr. Gronholz: „Menschen ohne Heuschnupfen können sich häufig kaum vorstellen, wie belastend die Beschwerden einer Pollenallergie tatsächlich sind.“

Neben einer gründlichen Prophylaxe (Vorbeugung) gebe es verschiedene Therapieansätze. Nasenspray und Augentropfen sowie Antihistamin-Tabletten gehören dazu. Wenn möglich, empfiehlt sie Immuntherapien durch Spritzen oder Tropfen. Dabei ließ die Medizinerin nicht aus, dass es gerade bei der Spritztherapie „zu Risiken kommen kann“. Begleiterscheinungen seien dabei Übelkeit oder auch oft Schwellungen.

Nach dem etwa 40 Minuten dauernden Referat von Dr. Gronholz lud Rolf Leonhard Haugrund zu einer Fragerunde ein, in der die Medizinerin Tipps weitergab.

Am Mittwoch, 5. Juni, wird das nächste Forum in der Alsdorfer Stadthalle ausgerichtet. Es lautet: „Leistenbruch: Wie macht sich ein Leistenbruch bemerkbar und wann muss er immer operiert werden.

Danach geht es in die Sommerpause. Bis dann ab September drei weitere Foren angeboten werden.

(mali)
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