Polizei geht von Brandstiftung aus : Kellerbrand löst Großeinsatz aus

Polizei geht von Brandstiftung aus : Kellerbrand löst Großeinsatz aus

Im Feuer eingeschlossen waren in der Nacht von Samstag auf Sonntag 48 Personen in einem Wohnblock in Alsdorf-Kellersberg. Die Feuerwehr konnte alle Bewohner erfolgreich retten.

Bereits bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war eine starke Rauchentwicklung aus der Hauseingangstüre und dem Treppenhaus erkennbar. Sowohl an den zur Straße hingewandten Fenstern, als auch an der Rückseite des Gebäudes machte eine Vielzahl von Personen auf sich aufmerksam. Aufgrund der Brandentwicklung im Kellergeschoss war das Flucht- und Treppenhaus für die Bewohner nicht passierbar und diese in ihren Wohnungen eingeschlossen.

Einige Bewohner hatten Versuche unternommen über das Treppenhaus in Freie zu flüchten, waren jedoch aufgrund der erheblichen Verrauchung zurück in ihre Wohnungen gekehrt. Noch bevor die Wehrleute erste Leitern in Stellung bringen konnten, war ein jugendlicher Bewohner von einem Vordach des 1. OG auf den Grundstücksvorbereich gesprungen. Der Anwohner erlitt glücklicherweise keine erheblichen Verletzungen.

Der Verrauchungsgrad der einzelnen Wohnungen variierte, insbesondere nach Lage der Wohnung und aufgrund teilweise offen verbliebener Türen. Die Bewohner in den weniger verrauchten Wohnungen wurden aufgefordert die Wohnungstüre zum Korridor abzudichten und sich am Fenster aufzuhalten. Anwohner in stärker verrauchten Wohnungen mussten mittels Drehleiter und Steckleitern aus ihren Wohnungen gerettet werden. Problematisch war, dass nicht alle Bewohner direkt den Anweisungen von Polizei und Feuerwehr folgten und zudem zum Teil aggressiv reagierten.

Im rückwärtigen Grundstücksbereich retteten die Einsatzkräfte zwei Personen und eine Katze über Steckleitern. Im Freien kollabierte die gerettete Katze jedoch und verstarb noch an der Einsatzstelle. Darüber hinaus retteten die Wehrleute insgesamt 13 weitere Personen aus den rückwärtig gelegenen Wohnungen des 2. und 3. Obergeschosses. 11 der geretteten Personen wurden durch die Einsatzkräfte zentral in einer Wohnung gesammelt und gezielt mit der Drehleiter gerettet.

Unter den geretteten Anwohner befanden sich u.a. eine junge Familie mit einem Kleinkind und zwei Kindern; eine 84-jährige Rentnerin und weiteren teilweise erkrankten Personen. Parallel zur Menschenrettung an beiden Gebäudeseiten leiteten die Wehrleute einen umfassenden Löschangriff im Kellergeschoss ein. In den Kellerräumlichkeiten mussten die Wehrleute neben einem weit ausgedehnten Kellerbrand feststellen, dass die Hauptwasserleitung des Gebäudes gebrochen und es infolgedessen zu einer erheblichen Wasserausströmung kam.

Nachdem mehrere Angriffstrupps unter Atemschutz den Brand löschten, mussten die Wehrleute eine weitere Brandentwicklung an örtlich verschiedener Stelle feststellen. Insgesamt fanden die Einsatzkräfte zwei örtlich verschiedene Brandherde vor.

Im Anschluss an die Brandbekämpfung wurden Treppenhaus und Korridore mittels Hochleistungslüfter entraucht und die Bewohner aus ihren Wohnungen ins Freie geführt. Aufgrund der Beschädigung der Hauptwasserleitung im Objekt, der Unterbrechung Teile der Stromversorgung und aufgrund der erheblichen Verrauchung von Korridoren und Treppenhaus entschieden die Einsatzkräfte um Einsatzleiter Andreas Hodenius, die Bewohner jedenfalls für die Nachtzeiten behelfsmäßig anderweitig unterzubringen.

Durch die Einsatzkräfte wurden die in ihren Wohnungen verbliebenen Bewohner und bereits gerettete Mieter zunächst in einem bereitgestellten Linienbus untergebracht. Noch während des laufenden Einsatzes wurde in der Gesamtschule eine Betreuungsstelle durch das DRK eingerichtet um die betroffenen Bewohner, die nicht anderweitig unterkamen zu versorgen.

Nach ärztlicher Sichtung kamen eine Vielzahl von Betroffenen bei Freunden und Bekannten unter, während andere die eingerichtete Betreuungsstelle aufsuchten oder teilweise in ihre Wohnungen zurückkehrten. Aufgrund der erheblichen Anzahl von möglichen Betroffenen wurden sowohl der leitende Notarzt, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst „Nord“ und „Süd“, mehrere Rettungswagen und die medizinische Betreuungskomponente zur Einsatzstelle gerufen.

Insgesamt mussten drei Personen mit Rauchgasvergiftungen in umliegende Krankenhäuser transportiert und weiter Personen durch den Rettungsdienst gesichtet werden. Neben einer großen Anzahl von Rettungsmitteln waren ebenfalls die Drehleiter Würselen und der Gerätewagen-Atemschutz der Städteregion Aachen zur Einsatzstelle gerufen. Ebenfalls Kreisbrandmeister Thomas Sprank machte sich ein Bild von der Lage vor Ort. Gegen 05.46 Uhr konnten die haupt- und ehrenamtlichen Wehrleute der Hauptwache und der drei Löschzüge ihren Einsatz beenden.

Aufgrund der winterlichen Temperaturen gefror das ausgetretene Löschwasser an der Einsatzstelle, sodass der Eigenbetrieb Technischer Dienst der Stadt Alsdorf ebenfalls zur Einsatzstelle gerufen wurde um entsprechende Winter- und Streuarbeiten durchzuführen. Ebenfalls der Bereitschaftsdienst der Stadt Alsdorf und das Ordnungsamt wurden in den Einsatzdienst eingebunden um eine Versorgung und Betreuung der Betroffenen zu gewährleisten.

Noch in der Nacht begann ein hinzugezogenes Bauunternehmen mit der Freilegung der Hausanschlusswasserleitung. Angaben zur Brandursache und zur Schadenshöhe können durch die Feuerwehr nicht gemacht werden. Aufgrund der angetroffenen beiden Brandherde erscheint Brandstiftung wahrscheinlich.

(red/pol)
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