In Alsdorf wird ein neues Hallenbad gebaut

Für geschätzt 12 Millionen Euro : Alsdorf bekommt ein neues Hallenbad

Der Stadtrat hat am Donnerstagabend zugunsten eines Hallenbad-Neubaus beschlossen. Die reinen Baukosten werden auf circa 12 Millionen Euro geschätzt. Der Betrieb im maroden Luisenbad soll während des Baus weiterlaufen, solange die Technik durchhält.

Die Entscheidung ist gefallen: Alsdorf bekommt ein neues Hallenbad. Am Donnerstagabend stimmte eine Mehrheit im Rat der Stadt dafür, den Neubau durch einen Generalübernehmer errichten zu lassen. Die reinen Baukosten werden auf rund 12 Millionen Euro geschätzt, ohne Grundstück und Erschließung. Wo das neue Hallenbad entstehen soll, ist noch offen. Fest steht aber: Es wird nicht die Stelle sein, an der sich das Luisenbad befindet. Das marode Gebäude an der Luisenstraße soll während des Baus weiter genutzt werden, solange es durchhält. Mittelfristig soll es abgerissen, das Grundstück im Nachgang wohl vermarktet werden.

Fünf Varianten wurden den Ratsfrauen und -herren zur Auswahl gestellt: Variante 0 umfasste die Sanierung des Luisenbads mit einer Gebäudenutzungszeit bis zu fünf Jahren; Variante 1 die Sanierung des Bads mit einer weiteren Nutzungszeit von 25 Jahren; Variante 2 einen Generalübernehmer-Neubau an anderer Stelle und Weiterbetrieb des Luisenbads ohne Gewähr für eine Restlaufzeit; Variante 3 einen konventionellen Neubau an anderer Stelle und ebenfalls den Weiterbetrieb des Luisenbads ohne Gewähr für eine Restlaufzeit und Variante 4 einen Generalübernehmer-Neubau mit Übergangsbetrieb des Luisenbads und Sicherstellung des Betriebs bis zu fünf Jahren. Der Rat hat sich für Variante 2 entschieden.

Eine Sanierung des Luisenbads fiel durch, weil sie einige gravierende Nachteile mit sich bringen würde. Zum einen könne man das Bad während der Sanierung nicht weiter nutzen und habe somit für einige Jahre kein Schwimmangebot, sagte Bürgermeister Alfred Sonders. Problematisch in einer Stadt, in der unter anderem 14 Schulen und fünf schwimmsporttreibende Vereine das Bad regelmäßig nutzen. In Nachbarkommunen gebe es keine Kapazitäten, den Ausfall des Bades für diesen Zeitraum zu überbrücken. Außerdem berge eine Sanierung große Risiken mit Blick auf die Kosten. Grundsätzlich ein wenig günstiger als ein Neubau sei ungewiss, auf welche Altlasten und weitere Schäden man bei einer Sanierung stoße.

Für die Variante mit Bau durch einen Generalübernehmer hatte man sich entschieden, weil das für die Stadt eine größere Kostensicherheit bedeute. Was die Stadt ausschreibe, bekomme man auf diese Weise zu einem Festpreis. Der Bau unter eigener Regie sei für die Stadt demgegenüber wesentlich arbeitsaufwendiger und risikobehafteter, was die Kosten betreffe, erklärte Sonders. Die angesprochene Ausschreibung werde ein „Bad von der Stange“ beinhalten. Drei Becken sollen umgesetzt werden: ein normales, ein Lehrschwimmbecken und ein Planschbecken. Eine neue Sauna soll es nicht geben, sie war am Standort Luisenstraße sowieso kaum noch genutzt worden.

Einstimmig war die Entscheidung im Rat nicht. Die Grünen Horst-Dieter Heidenreich und Hartmut Malecha sträubten sich ebenso, die Hand für einen der Vorschläge zu heben, wie Thomas Langer, Vertreter der Linken. Sie enthielten sich bei der Abstimmung aus Protest darüber, dass die Ratsmitglieder die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Gemeindeprüfanstalt Nordrhein-Westfalen (GPA NRW) erst in der Sitzung selbst zu Augen bekommen hatten.

Die GPA hatte alle zur Auswahl gestellten Szenarien geprüft, gegenübergestellt und dem Rat seinen abschließenden Bericht präsentiert. Weil städtische Bäder im Grunde nie profitabel arbeiteten, habe man sich darauf konzentriert herauszuarbeiten, welche Variante der Stadt in den kommenden Jahrzehnten das geringste Minus beschere, sagte Holger Rüsch von der GPA. „Wir hätten uns gewünscht, wesentliche Ergebnisse der Untersuchung vor der Sitzung zu erhalten, um uns auf eine millionenschwere Entscheidung besser vorbereiten zu können“, erklärte Grünen-Ratsherr Heidenreich.

Die Verwaltung soll sich nun um die nächsten Schritte zur Realisierung kümmern, eine Ausschreibung vorbereiten und nach geeigneten Grundstücken Ausschau halten. Sonders: „Und wir gehen mit der Kommunalaufsicht ins Gespräch, um Finanzierungswege zu finden.“

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