Bürgerwiesen in Alsdorf: Und plötzlich sind die ganzen Äpfel weg

Alsdorfer Bürgerwiesen : Und plötzlich sind die ganzen Äpfel weg

150 Bäume stehen auf vier Alsdorfer Bürgerwiesen. Die Stadt weist aus gegebenem Anlass darauf hin, dass die Ernte allein für die Baumpaten gedacht ist.

Bürgerwiesen sind eine wunderbare Idee. Sie schaffen ein Stück Verbundenheit zwischen Bürgern und Kommune. Und gut für die Umwelt ist es obendrein, wenn im Herbst gepflanzt wird. In Alsdorf gibt es mehrere solcher Bürgerwiesen, eine in Bettendorf, eine in Schaufenberg, eine in Hoengen und eine weitere in Begau. Zusammen bringen sie es auf mehr als 150 Obstbäume.

Klug gewählter Standort

Als Kommune empfiehlt es sich, vorausschauend in dem Sinne zu handeln, dass man keine Fläche als Bürgerwiese ausweist, die man irgendwann einmal als Bauland benötigen könnte. Insofern wurde der Standort für die Bürgerwiese in Begau klug gewählt, sie liegt sicher nicht ganz zufällig innerhalb einer Triangel aus Autobahn, Bahngleisen und Strommasten. Den Ansprüchen eines Jungbaums genügt das allemal, das ist vier Jahre nach der ersten Pflanzaktion in Begau gut zu erkennen.

Einer der Bäume ist von Jürgen und Thea Müller, die eine Baumpatenschaft übernommen haben. Es war ein Geschenk aus der Verwandtschaft. 75 Euro kostete das, Pflanzpfahl, Kokosstrick und nicht zuletzt das Bäumchen waren inbegriffen. Als die Müllers nun zur Apfelernte anrücken wollten, war die Enttäuschung allerdings groß: Sämtliche Bäume waren ratzekahl abgeerntet, auch der Baum der Müllers. Die hatten sich das natürlich ganz anders vorgestellt – und sich vielleicht mehr noch als auf die Ernte auf das Ernten selbst gefreut. „Es geht ja nicht um das Kilo Äpfel, das jetzt weg ist. Es geht ums Prinzip“, sagt Thea Müller.

Also schilderten die Müllers der Stadtverwaltung den Vorfall und fragten, wie man sich die Sache dort in den kommenden Jahren eigentlich vorstellt. Dr. Timo Sachsen vom Amt für Planung und Umwelt nimmt das nun zum Anlass für folgenden Hinweis an die Öffentlichkeit: „Das Ernten von Obst auf städtischen Wiesen ist ohne vorherige Absprache nicht gestattet.“ Das Obst stehe nur denjenigen zur Verfügung, die sich zum Beispiel im Rahmen einer Patenschaft für den Streuobstbestand engagieren.

Wer auch immer sich die Äpfel geschnappt hat, muss das nicht einmal aus böser Absicht getan haben. Denn an der Wiese gibt es kein Hinweisschild oder dergleichen, das erläutern würde, was es mit den Bäumchen auf sich hat.

Nun werden Schilder aufgestellt

Die Stadt kündigt an, solche Hinweisschilder demnächst aufzustellen. Auf eine Einzäunung der Wiesen indes will man „im Sinne eines einladenden Landschaftsbildes“ verzichten, erklärt Timo Sachsen.

Fragen und Anregungen zu den Streuobstwiesen nimmt er gerne per Mail an timo.sachsen@alsdorf.de oder telefonisch unter 02404/50241 entgegen.

(jpm)
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