1. Lokales
  2. Nordkreis
  3. Alsdorf

Täter aus Alsdorf: Brandstiftung und Diebstahl bringen fünf Jahre Haft

Täter aus Alsdorf : Brandstiftung und Diebstahl bringen fünf Jahre Haft

„Da haben sie sich zwei  deftige Tatbestände ausgesucht“, bewertete Richter Tobias Hellebroich die Taten des Angeklagten. Der Vorsitzende der 6. Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht begründete damit das ebenfalls deftige Urteil der Kammer, die den Angeklagten Dominic C. (23) wegen besonders schwerer Brandstiftung und gleichzeitigem Wohnungseinbruchsdiebstahl  zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilte.

Sein noch jugendlicher Helfer, erst 19 Jahre alt, kam mit einer Arreststrafe von vier Wochen nach Jugendstrafrecht davon. Ihm hielt die Kammer zugute, dass er erst zu einem späten Zeitpunkt nach Mitternacht an diesem Abend des 27. Oktober 2018 zu dem Einbruchsgeschehen hinzukam, weil er kurzfristig zum Abtransport eines großen Flachbild-TV überredet wurde.

Mit Erfolg gewehrt

Mit Glück kam der Jugendliche aus dieser Geschichte heraus, weil  der mehrfach vorbestrafte Haupttäter C. dem Kumpel zunächst den Brand hatte in die Schuhe schieben wollen, doch der wehrte sich dagegen mit Erfolg. Die Geschichte dieses Einbruchs mit dem am Ende getätigten Anzünden der Couch im Wohnzimmer des Nachbarn von Dominic C. ist eine eigentlich infame Geschichte, wie auch das Gericht feststellte.

Denn  Täter C. und der nebenan in Alsdorf wohnende Geschädigte kennen sich seit der Kindheit, auch später habe man sich immer wieder gesehen, noch jüngst zusammen gechillt oder Playstation gespielt, hatte der Angeklagte im Prozess angegeben. Doch eine Urlaubsreise nach Mallorca nahm Nachbar C. zum Anlass, in die ihm gut bekannten Räumlichkeiten des Nachbarn mit einem weiteren Kumpel einzubrechen, weil sie von einer erheblichen Menge in Stangen abgepackter Zigaretten wussten. Als sie das Lager ausgeräumt hatten, kam laut dem Urteil der Kammer Dominic C. auf den Gedanken, auch den Fernseher und eine Playstation im Gesamtwert von rund 1500 Euro mitgehen zu lassen, als weiteren Helfer hatte er den 19-jährigen überredet.

Erheblicher Schaden

Erheblichen  Schaden richtete das Anzünden des Wohnzimmermöbels an. Die Couch schmorte in dieser Nacht vor sich hin und verrußte die Wohnung komplett, der Hausrat war nicht mehr zu gebrauchen und auch die Wände wie die gefliesten Wohnungsteile mussten erneuert werden. Die Gesamtaktion richtete einen Schaden von rundgerechnet 100.000 Euro an.

Zuletzt doch ein Geständnis

Richter Hellenbroich hielt dem Angeklagten sein umfangreiches Geständnis, das er dann  schließlich doch ablegte, zu Gute. „Ansonsten hätte  wir auch andere, ähnlich gelagerte Fälle, die den Angeklagten betreffen, erneut erörtert“, zeigte sich der Vorsitzende erleichtert. Sonst wäre die Strafe womöglich noch höher ausgefallen.