Alsdorfer, GGS Schaufenberg: junge Linde gesetzt

Vor GGS Schaufenberg : Auf den 200 Jahre alten Baum folgt ein Bäumchen

Als am 12. März die Rosskastanie vor der GGS Schaufenberg gefällt wurde, war die Anteilnahme im Ortsteil groß. Das Naturdenkmal war rund 200 Jahre alt, bis zu seiner Fällung der vermutlich älteste Baum seiner Art in der Städteregion.

Generationen von Schülern und Anwohnern war er ein gewohnter Anblick. Sturmtief Eberhard hatte der Kastanie, die vorher bereits windschief war und unter regelmäßiger Beobachtung stand, den Rest gegeben – nachdem die städteregionale Naturschutzbehörde zuvor den Naturschutzstatus aufgehoben hatte, wurde sie aus Sicherheitsgründen gefällt.

Die Baumscheibe vor der Gemeinschaftsgrundschule ist jedoch nicht länger verwaist. Wenige Wochen, nachdem der dicke alte Baum (Stammdurchmesser 3,60 Meter) verschwand, wurde eine kleine Linde (Tilia cortada) gesetzt, die nun den kleinen Platz vor der Schule ziert.

Heimisch und standortgerecht

Die Wahl sei auf eine Linde gefallen, weil es sich um eine heimische und standortgerechte Art handle, erklärt Eleonore Prömpers vom städtischen Umweltamt. Wieder eine Kastanie zu pflanzen, wäre nicht sinnvoll gewesen. Wenn ein Baum stirbt, pflanze man an der Stelle nicht die gleiche Gehölzart nach, weil sich dort auf jene Art spezialisierte Krankheitserreger und möglicherweise Schädlinge im Boden befänden.

Die junge Linde wurde wenige Wochen gesetzt, nachdem die alte Kastanie wegen eines Sturmschadens gefällt werden musste. Foto: ZVA/Thomas Vogel

Kastanien hätten es in den vergangenen Jahren sowieso schwer gehabt. Zum einen wegen der extremen Hitze, die dem Baum mit einer großen Blattfläche zusetze. Die Art transpiriere stark, in den vergangenen Jahren habe man vor allem junge Exemplare intensiver als sonst wässern müssen, bis ihre Wurzeln tief genug in den Boden eingedrungen sind.

Zu schaffen mache der Art außerdem die Kastanienminiermotte, die auch in Alsdorf ihr Unwesen treibt. Gut zu beobachten gewesen sei das zum Beispiel an einem Baum an der Prämienstraße, der schon über Jahre von einem Befall geplagt werde. Zwar sammle die Stadt geflissentlich das abfallende Laub des Baumes auf, um dem Schädlinge eine Möglichkeit zum Überwintern zu nehmen, bisher allerdings nicht mit finalem Erfolg. Diesen Tipp gebe man auch Anrufern mit gleichen Sorgen wegen Kastanien, die sich immer mal wieder im Rathaus meldeten. Der Baum an der Prämienstraße sei geschwächt, allerdings gebe es keine akute Gefahr, dass er eingehe.

Die Entscheidung, an der Gemeinschaftsgrundschule nun eine Linde zu pflanzen, sei in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde der Städteregion gefallen.

„Grünes Klassenzimmer“

Besonderes Augenmerk habe man wegen des Standorts außerdem auf die Unterpflanzung gelegt. Es handelt sich um eine insektenfreundliche Staudenpflanzung, die den Platz nun „zu einem kleinen grünen Klassenzimmer“ mache, so Prömpers. Auf dem kleinen Platz vor der Schule wurden zudem noch einige Reparatur- und Verschönerungsarbeiten durchgeführt, weswegen er für einige Zeit eingezäunt werden musste.