Alsdorf: Jugendliche stürzt aus Bus, Fahrer fährt weiter

Ermittlungen wegen Unfallflucht : Mädchen fällt aus Linienbus, doch es bleiben Fragen

Nachdem eine Jugendliche in Alsdorf offenbar aus einem Aseag-Bus gefallen ist und dabei leicht verletzt wurde, ermittelt die Polizei wegen Unfallflucht gegen den Fahrer. Die Aseag widerspricht der Schilderung der Jugendlichen.

Im Anschluss an den Vorfall, der sich am späten Montagnachmittag auf der Fahrt eines Linienbusses in Alsdorf zugetragen haben soll, bittet die Polizei um Zeugenhinweise. Der Unfall soll sich im Bereich der Haltestelle „Am Feuerwehrhaus“ (Luisenstraße) ereignet haben, wo gegen 18.20 Uhr ein Bus der Linie 28 hielt, der in Richtung Mariadorf unterwegs war. Eine 16 Jahre alte Jugendliche soll beim Einsteigen von der Hintertür eingeklemmt worden sein. Dennoch fuhr der Bus los. Als der Busfahrer durch weitere Fahrgäste auf die eingeklemmte Jugendliche aufmerksam gemacht wurde, soll er angehalten und die Hintertür geöffnet haben, so dass die Jugendliche aus dem Bus fiel. Dann fuhr er einfach weiter.

Der Vorfall ist so außergewöhnlich, dass er am Dienstag selbst der Deutschen Presse Agentur einen kurzen Beitrag wert war. Aber kann die Sache sich wirklich wie beschrieben zugetragen haben?

Die Schilderung beruht auf der Aussage der Jugendlichen, deren Mutter später bei der Polizei Anzeige erstattete – weitere Aussagen liegen den Ermittlern bislang nicht vor. Aseag-Sprecher Paul Heesel teilte unserer Zeitung am Mittwoch nach Rücksprache mit dem Busfahrer mit, dass man davon ausgehe, dass die Schilderungen der Jugendlichen unzutreffend sind. Man hoffe darauf, dass der Vorfall zügig aufgeklärt werde und werde der Polizei dazu auch die Aufnahmen der Überwachungskamera aus dem Bus zur Verfügung stellen. 

Ganz unabhängig von der Frage, was in der Luisenstraße geschehen ist, bestätigte Heesel unserer Zeitung, dass die Türen sämtlicher Busse, die für die Aseag fahren, sich sofort wieder öffnen, wenn ein Fahrgast oder ein Gegenstand wie beispielsweise ein Koffer eingeklemmt wird. Das bedeutet, dass die Sache sich nur dann wie von der Jugendlichen beschrieben abgespielt haben könnte, wenn die Technik versagt hätte.

Auch die Polizei beschäftigt sich mit dieser Ungereimtheit, bestätigte am Dienstag Polizeisprecher Frank Plum: „Der Sachverhalt ist bislang nicht schlüssig.“ Außer Frage stehe jedenfalls, dass die Jugendliche sich tatsächlich verletzt habe: Im Krankenhaus seien Schürfwunden und Prellungen am Bein ambulant behandelt worden.

Fahrgäste oder mögliche sonstige Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, möchten sich telefonisch unter 0241/9577-42101 an die Polizei wenden.

Mehr von Aachener Nachrichten