Alsdorf: Bauchschmerzen sind wichtige Signale des Körpers

Alsdorf : Bauchschmerzen sind wichtige Signale des Körpers

Beim 55. Alsdorfer Gesundheitsforum drehte sich alles um das Thema Bauchschmerzen. Die Beschwerden sind oft facettenreich. Die Schmerzen können auf zahlreiche ernsthafte Krankheiten hinweisen.

Die Auswahl an möglichen Bauchbeschwerden oder -schmerzen ist so groß und facettenreich wie die Auslage an Wurst in einem Fleischereifachbetrieb. So wie es die unterschiedlichsten Wurstwaren gibt, so ist auch die Differenzierung von Leiden im oder in der Nähe des Bauchraumes. Klingt konstruiert? Ist es aber nicht. Wo der Schmerz auftritt und wie, ist bei der Diagnose und der Behandlung oft lebenswichtig.

Das 55. Alsdorfer Gesundheitsforum und die nunmehr 35. Auflage unter der Federführung des Fördervereins Katholische Stiftung Marienhospital in den Seminarräumen der Alsdorfer Stadthalle hatte genau dieses häufig auftretende Leiden zum Thema: „Bauchschmerzen: Ein wichtiges Signal des Körpers?“ Die Antwort, die eigentlich auf der Hand liegt, sollte ursprünglich Dr. Markus Gatzen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Diabetologie im Marienhospital, geben. Doch weil dieser kurzfristig verhindert war, sprang die leitende Oberärztin der Klinik für Innere Medizin Dr. Jessica Schillings ein, was der Qualität der Ausführung aber keineswegs schadete. Als ausgewiesene Fachfrau auf dem Gebiet differenzierte sie zunächst die möglichen Schmerzarten und Lokalisationen: Ist der Schmerz brennend, schneidend, dumpf, anhaltend kolikenartig, ist er im Unterbauch, Oberbauch, rechts, links? „Diese Informationen geben erste Anhaltspunkte, welche Organe den Schmerz auslösen“, erklärte die Medizinerin dem interessierten Publikum. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Blähungen seien sehr unangenehm, aber noch keine
Alarmsymptome, um dann schnellstmöglich einen Arzt zu konsultieren. Anders sähe das aus, so die Medizinerin, wenn Begleitbeschwerden wie blutiger und schwarzer Stuhl, hohes Fieber, Atemnot oder Brust- und Rückenschmerzen mit dem Leiden einher gingen. „Bei ungewohnt heftigen Schmerzen sollte man sich nicht scheuen, direkt die Notaufnahme in einem Krankenhaus aufzusuchen. Sind die Beschwerden erträglich aber über einen längeren Zeitraum, sollte man diese mit dem Hausarzt abklären“, rät Dr. Jessica Schillings.

Dort wird zunächst abgeklärt, was und wo die Ursache der Beschwerden oder Schmerzen ist und welchen Organbezug es gibt. Und da sich im Bauch eine Menge an Organen befinden – Leber, Galle, Magen, Zwölffingerdarm, Dünndarm, Dickdarm, Bauchspeicheldrüse, Blinddarm, Milz oder auch Nieren, Harnblase, Gebärmutter, Eierstöcke oder Prostata und zudem Gefäße oder die Bauchwand sowie in der Nähe liegende Organe wie Herz oder Lunge – gibt es auch eine entsprechende Anzahl möglicher Erkrankungen oder Beeinträchtigungen harmloser oder ernster Natur. Anamnese, körperliche Untersuchung, Ultraschall des Bauches, Labordiagnostik, Computertomographie, Magnetresonanztomographie und Endoskopie sind die Instrumente zur Ermittlung des Leidens beziehungsweise des Krankheitsbildes.

„Das muss nicht immer ernst sein, sollte aber immer abgeklärt werden, bevor es akut wird“, sagte Dr. Schillings.Die Antwort auf den Titel des Forums bekräftigte die Medizinerin mit Nachdruck: „Ja, Bauchschmerzen sind ein wichtiges Signal des Körpers, auf das man hören sollte.

(hob)
Mehr von Aachener Nachrichten