Nordkreis: Alsdorf und Würselen verzeichnen deutlichen Anstieg bei den Fallzahlen

Nordkreis: Alsdorf und Würselen verzeichnen deutlichen Anstieg bei den Fallzahlen

Behördenweit verzeichnet die Polizei von November 2013 bis Ende November dieses Jahres einen Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen von 10 Prozent, in der Stadt Aachen sind es sogar rund 20 Prozent. Für die Nordkreisstädte allerdings fällt die Statistik nicht so positiv aus.

In Alsdorf gab es eine Steigerung der Einbruchszahlen von 17 Prozent, in Würselen von 10 Prozent, in Herzogenrath waren es um die 2 Prozent. Nur in Baesweiler liegt die Entwicklung mit einem Minus von 10 Prozent im Behördentrend. In absoluten Zahlen bedeutet dies: Seit November 2013 stiegen die Einbruchszahlen in Alsdorf von 98 auf 115, in Würselen von 112 auf 124, in Herzogenrath von 112 auf 114. In Baesweiler sank die Zahl hingegen von 56 auf 50.

Erhöhte Zahl Einbruchsversuche

Zwei Mädels, die einem im Treppenhaus begegnen, eine fremde Frau, die höflich nach einer bestimmten Wohnung fragt — der typische Einbrecher ist bei weitem nicht mehr nur der dunkle Maskierte, der bei Nacht und Nebel auf Beutezug geht. Vielfach hat es die Polizei mit Kindern zu tun, die von ihren Clans abgesetzt werden, teils sogar per ÖPNV aus dem Ausland anreisen, und tagsüber zuschlagen, dann, wenn die meisten „auf Arbeit“ sind.

Schnelle Beute ist die Devise, rein in die Wohnung, greifen, was an Wertsachen offensichtlich ist, und wieder raus. Wer glaubt, im vierten Stock sicher zu sein, irrt. Eine nur zugezogene Wohnungstür lässt sich genauso gut aufhebeln wie das gekippte Fenster, zu dem man über ein Mäuerchen hinaufgelangen kann. „Es gibt Täter, die richtig gut klettern können“, sagt Kriminaloberrat Wilhelm Sauer bei der Zwischenbilanz der Aachener Polizei.

Technische Vorrichtungen, die Dieben das Leben schwer machen, zeigen hingegen Wirkung. „Das beweisen die Versuchsraten von über 40 Prozent“, legt Polizeipräsident Dirk Weinspach dar. Alles, was Zeit kostet, ist für Einbrecher unattraktiv.

Neben einer organisatorischen Neuausrichtung der Polizei, um mit „geballter Wucht“ gegen die Diebe vorzugehen, setzen die Beamten auf die Wachsamkeit der Bürger. Genau diese soziale Kontrolle mag eine Rolle spielen, dass Begau, Warden, Zopp, Bettendorf und Neuweiler die weniger belasteten Bereiche Alsdorfs sind — im Gegensatz zur City, wie der Leitende Kriminaldirektor Ulrich Flocken darlegt. Hier gibt es mehr anonyme Mietshäuser.

Trotz gestiegener Einbruchszahl ist die Polizei mit dem Versuchsanteil von 43 Prozent in Alsdorf recht zufrieden, Eigenheime werden hier offenbar gut gesichert. Ebenso gut wie in Baesweiler, wo der Anteil gescheiterter Einbrüche 42 Prozent beträgt. Einbrecher schlagen hier am meisten im Zentrum, Beggendorf und Setterich zu.

Unter 40 Prozent liegt die Versuchsrate indes in Würselen, „ungewöhnlich“, wie Flocken sagt. Will heißen, hier müssen die Bewohner ihre Häuser aufrüsten. Im Zentrum und zentrumsnahen Gegenden gibt es die meisten Einbrüche. Über die ganze Stadt verteilt mit Schwerpunkten in Kohlscheid und Merkstein sind die Tatorte in Herzogenrath. Der Versuchsanteil liegt auch hier unter 40 Prozent, eine Nachbesserung bei der Prävention täte aus Sicht der Polizei also auch hier Not. Städteregion

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