Alsdorf: Schülerjobbörse wird Schülerjobbörse Euregio

Schülerjobbörse gesichert : „Go better“ springt für „fair handeln“ ein

Der Verein „GO better“, anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, übernimmt offiziell zum 1. Januar 2019 die Trägerschaft der „Schülerjobbörse“ (SJB) vom Verein „fair handeln“ in Alsdorf.

Wie schnell Niedergeschlagenheit in puren Optimismus und Tatendrang umschlagen kann, erlebten kürzlich Petra Hartmann und Hans-Dieter Spiertz vom „fair handeln e.V.“ in Mariadorf. Lange Jahre hatte der Verein, der sich intensiv in Sambia engagiert und den bekannten „Eine-Welt-Laden auf der Marienstraße betreibt, die „Schülerjobbörse“ (SJB) angeboten. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren konnten mit kleinen Jobs ihr Taschengeld aufbessern. Nachdem das Bistum Aachen schweren Herzens Zuschüsse für den Verein kürzen musste, war die Kapazität bei „fair handeln“ schlicht nicht mehr gegeben, um die SJB entsprechend umfangreich weiter zu führen.

Katerstimmung hatte sich fast schon breit gemacht, als die rettende Idee kam. Keine 200 Meter vom Eine-Weld-Laden entfernt hat der „GO better e.V“, anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, sein Hauptquartier.

Vorstand Simone Boehm war gemeinsam mit Ehemann Ingo sofort Feuer und Flamme für einen Erhalt der Jobbörse. Zum 1. Januar 2019 wird GO better die Trägerschaft offiziell übernehmen. Die Vorbereitungen laufen jedoch jetzt schon auf Hochtouren – ein „warmer“ und nahtloser Übergang ist geplant. Bereits seit einigen Wochen kooperieren beide Vereine und stellen die Weichen für eine Erweiterung des Angebots.

„Es ist toll, dass für beide Seiten eine ideale Lösung gefunden wurde. Dieser Baustein hat uns bei GO better gefehlt“, berichtete Ingo Boehm. Das Netzwerk, das sich der Verein über die letzten Jahre aufgebaut hat, sei die perfekte Grundlage, um die SJB weiter wachsen zu lassen. Hartmann freut sich besonders über die Zukunftspläne des neuen Trägervereins: „Aus Enttäuschung über das Ende der Börse bei uns wurde ganz schnell Begeisterung über die neuen Konzeptionen bei GO better. Mit ihrer Erfahrung werden sie die Börse auf ein ganz neues Level heben.“

Ab 2019 hört die Börse auf den Namen „Schülerjobbörse Euregio“ – ein Fingerzeig in die Zukunft. Zunächst möchten die Verantwortlichen das System im Nordkreis bekannter machen und die benachbarten Kommunen für eine Kooperation begeistern. Einst soll gegebenenfalls die gesamte Euregio „vernetzt“ sein.

Die Verfeinerung und Ausweitung des Konzepts der SJB steht dabei ganz im Zeichen des „Markenkerns“ von GO better: Man wolle laut Ingo Boehm „die Jugendlichen dort abholen, wo sie mit ihren Interessen und Fähigkeiten stehen“. Man sehe es auch als Berufsvorbereitung und -orientierung. In enger Absprache mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern werde für alle Parteien die beste individuelle Lösung erarbeitet. Das Maximalalter der potenziellen Arbeiter wurde auf 25 erhöht – man wolle Volljährige nicht von einem auf den anderen Tag „im Regen stehen lassen“.

Via Steckbrief können sich Interessierte vorab beim Verein vorstellen. Die angegebenen Daten helfen den Organisatoren vorab interessante und weniger interessante Stellen für die Schüler zu trennen. Zusätzlich wird ein Sozialarbeiter seitens von GO better den künftigen Arbeitnehmern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Auch der Kontakt zwischen allen Generationen soll weiter gefördert werden. Das Prinzip, welches bereits unter der Leitung von „fair handeln“ praktiziert wurde, soll jungen Menschen den Kontakt zur älteren Generation ermöglichen. Der soziale Aspekt gegen Vereinsamung ist zentraler Bestandteil.

Bislang haben Boehm und Kollegen den „Altbestand“ der Vorgänger durchforstet und aufbereitet. Nach den Herbstferien könnten bereits erste Vermittlungen stattfinden. Sowohl interessierte Betriebe oder Privatleute, als auch motivierte Jugendliche können sich gerne beim GO better e.V. melden und Informationen einholen. 02404/9570642 oder i.boehm@gobetter.de.

(yl)
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