Alsdorf: Alsdorf ist mehr als nur die Innenstadt

Alsdorf: Alsdorf ist mehr als nur die Innenstadt

Mit über 60 Teilnehmern war die Veranstaltung des CDU-Bürgermeisterkandidaten Bernd Kirfel im Haus Broichtal recht gut besucht - und das obwohl der CDU-Mann für den Nachmittag eingeladen hatte.

Er wollte halt alle Referenten unter einen Hut bringen, entschuldigte sich Kirfel für den für Selbständige wie Beschäftigte ungünstigen Termin.

Betriebe gezielt unterstützen

Wirtschaftsförderung, Mittelstands- und Steuerpolitik standen im Mittelpunkt der gut zweistündigen Informationsveranstaltung. Eingangs nutzte Kirfel natürlich das Podium, um für sich als Kandidaten zu werben. Kirfel über Kirfel: „Bürgermeister für Alsdorf . . . besser für Alsdorf.”

Erster und eifrigster Dienstleister der Stadt und ihrer Bürger wolle er sein. Die Förderung von Wirtschaft und Arbeit hätten für ihn oberste Priorität. Ortsansässige Betriebe seien zu unterstützen, neue in die ehemalige Bergbaustadt zu holen.

Stadthalle „instrumentalisiert”

„Was hilft die schönste Einkaufsmeile auf dem Reißbrett, wenn die Leute keine Arbeit haben”, nahm Kirfel seinen Mitbewerber, Alfred Sonders, der für die SPD in den Ring gestiegen ist, aufs Korn. Kirfel merkte zudem kritisch an, dass die Stadthalle in der Vergangenheit immer wieder „instrumentalisiert” worden sei. Abgesehen davon, dass bei einer Aufwertung der Innenstadt auch die Eigentümer mitziehen müssten, sei es falsch, „das Augenmerk nur auf die Innenstadt zu richten”. Alsdorf beschränke sich keineswegs auf den Bereich zwischen Stadthalle und Tierpark. Indes müsse die Veranstaltungsstätte am Denkmalplatz weiter eine zentrale Rolle spielen. Hier gelte es, schnell ein Konzept zu entwickeln, um die zuschussbedürftige Veranstaltungsstätte langfristig zu entlasten, sagte Kirfel mit Blick auf deren finanzielle Lage (wir berichteten).

Wenngleich Kirfel kritisierte, dass Gymnasium und Realschule in der Vergangenheit „nicht rechtzeitig” saniert worden seien, bekannte er sich eindeutig zur Absicht des Stadt, beide Schulen auf den Annagelände mit dem per Minister zugesagten Zuschuss neu zu bauen: „Das ist jetzt die beste Lösung.” Kirfel will auf eine solide Haushaltspolitik achten, sollten die Wähler ihm das Vertrauen schenken. Striktes Kostenbewusstsein und Investitionen, die sich für die Stadt rentierten, seien wichtig. Mit relevanten Kräften wolle er deshalb einen regelmäßig tagenden runden Tisch einrichten.

Tips in Sachen effektiver Wirtschaftsförderung bekam der Amtsanwärter von einem alten Hasen - Dr. Willi Linkens, der nicht als Bürgermeister, sondern als „Kandidat” von Baesweiler an den Alsdorfer Weiher geeilt war, um das Grußwort zu sprechen. Wirtschaftsförderung bedeute, konsequenter „Kümmerer” zu sein und für große Unternehmen wie für vermeintliche kleine Selbständige bei Problemen schnell Lösungen zu erarbeiten. Kirfel dürfte wenig Freizeit haben, wenn er Linkens´ Vorbild folgt. Der wies darauf hin, dass der Baesweiler Bauhof schon mal am Montagmorgen ein dreiseitiges Fax von ihm vorfinde, auf dem peinlich genau notiert sei, was am Wochenende ihm und anderen alles aufgefallen sei.

Bundestagsabgeordneter Leo Dautzenberg berichtete von der „Steuer- und Finanzfront”. Eine Einkommenssteuerstrukturreform sei unumgänglich, damit auch untere Einkommen mehr Einkommen hätten. Dautzenberg warnte jedoch eindringlich vor falschen Versprechungen,. Angesichts der Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen auf die reale Wirtschaft sei der Bund zu umfänglichen Gegenmaßnahmen gezwungen.

Alsdorfs CDU-Vorsitzender Bernd Mortimer kritisierte, dass es bei der Umsetzung von Maßnahmen mit Hilfe von Konjukturpaketmitteln oft hake, und machte dafür die „administrative Einengung” verantwortlich. Dautzenberg gab Mortimer im Kern Recht und sprach von teilweise vorgeschobenen Gründen. „Aber die Verwaltungsstellen müssen sich auch mal danach richten, was die Politik will.”

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Aachen, Dr. Axel Thomas, gab den Teilnehmern interessante Tips über das Förderinstrumentarium des Landes für den Mittelstand.

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