Würselen: Albert Sous zeigt beim „Tag des offenen Denkmals” seine Werke

Würselen: Albert Sous zeigt beim „Tag des offenen Denkmals” seine Werke

Die Kunstwerke sind riesengroß oder winzig klein, aus Gold gefertigt oder aus Fundstücken, ausrangierten Industrieprodukten und Metallstücken vom Schrottplatz. Für den Metallbildhauer und Goldschmied Albert Sous kann die Spanne seiner künstlerischen Tätigkeit nicht groß genug sein.

Neben seinen auffälligen Brunnen und Skulpturen im öffentlichen Raum widmete er sich stets der Fertigung von Goldminiaturen in Form von Schmuckunikaten. Einige dieser unterschiedlichen Arbeiten werden bei einer Ausstellung zum Tag des offenen Denkmals in St. Sebastian gezeigt, bei der auch die teilweise renovierten Kirchenschätze gezeigt werden.

Material und Inspiration

Diese kleine Auswahl, die ab dem 11. September in der Taufkapelle der Kirche zu sehen sein wird, zeigt die ganze Bandbreite der Themen und Werkstoffe, mit denen sich Albert Sous beschäftigt hat. „Mein Arbeitsplatz ist mein Spielplatz”, erklärt der Künstler, der sich als begeisterten Schrottplatzbesucher beschreibt. Dort findet er nicht nur die Materialien für viele seiner Skulpturen, sondern auch häufig Inspiration für seine Kunst. Verdrehte und verbogene Metallstücke sägt Sous in seiner Werkstatt auseinander und schweißt sie zu neuen Formen zusammen. Das Wasserbecken des Kugelbrunnens in der Aachener Fußgängerzone etwa ist mit ausrangierten Steinen von Experimenten für den Kugelhaufenreaktor in der Kernforschungsanlage - dem heutigen Forschungszentrum - in Jülich gepflastert. Solche Ideen wurden zu Beginn häufig in Frage gestellt, schließlich stellten seine Brunnen und Skulpturen aus Edelstahl eine neue, moderne Art der künstlerischen Gestaltung dar.

Drohungen und Zweifel

Auch die Pläne für den Kunsttresor, den runden Ausstellungsraum mit der markanten Kuppel aus über 20 000 Glasflaschen auf Sous´ Grundstück in Würselen, stießen zu Beginn auf wenig Gegenliebe. „Ich habe Abrissdrohungen von den Behörden bekommen und auch Freunde zweifelten. Aber wenn alle sagen, dass es nicht funktioniert - dann erst recht! So etwas gibt richtig Kraft”, sagt Sous, der die Kuppel aus Glasflaschen seine härteste Arbeit nennt. Gelohnt hat sich die Mühe, denn das durch grünes, braunes, weißes und blaues Glas einfallende Sonnenlicht ergibt ein wunderbares Lichtspiel. Menschen aus aller Welt seien schon in ganzen Busladungen nach Würselen gekommen, um die schwindelerregend enge Wendeltreppe im Schmucktresor zu besteigen. Die Zweifler an Konstruktion und Statik konnte Albert Sous nachhaltig eines Besseren belehren, schließlich feiert die Glasflaschenkuppel in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum.

Wieder ganz anders als seine monumentalen Bauwerke wirken die „Markanten Pilger in Santiago de Compostela”, eine Gruppe von acht Köpfen aus Edelstahl. Anstoß für diese Arbeit war eine Kunstreise nach Madrid und Santiago de Compostela, wo Sous in Cafs und Restaurants viele verschiedene Pilger beobachtete. Ihre Eigenarten verarbeitete er später in den Edelstahl-Skulpturen.

Im In- und Ausland

Gemeinsam mit ausgewählten Stücken seiner Goldschmiedearbeit werden die Pilgerköpfe auch in St. Sebastian ausgestellt. Außerdem erinnern Stellwände mit Fotografien und einige kleinere Einzelstücke an die Sakralkunst, die Albert Sous in den 60er Jahren geschaffen hat. In über 60 Kirchen im In- und Ausland gestaltete er Altarräume, Kirchenportale und andere sakrale Gegenstände. „Damals wurden überall Kirchen neugebaut, und ich habe viele davon ausgestattet. Das war eine wunderbare Zeit.”

Dass er in dieser frühen Schaffungsperiode auch für viele Kirchen in seiner Heimatstadt Würselen und in den Nachbarorten gearbeitet hat, ist heute ein wenig in Vergessenheit geraten. So gestaltete Sous 1969 etwa das markante Hauptportal und die Seitentüren der Bardenberger Kirche Peter und Paul oder den Altarraum der evangelischen Martin-Luther-Kirche in Würselen. Von diesen und anderen Arbeiten werden in der Ausstellung zum Denkmaltag Fotografien zu sehen sein.