Bedrohte Pflanzen und Tiere: AG Wurmtal sieht Bedrohung des Naturschutzes

Bedrohte Pflanzen und Tiere : AG Wurmtal sieht Bedrohung des Naturschutzes

Einmal im Jahr lädt die AG Wurmtal — Arbeitsgemeinschaft zur Rettung bedrohter Pflanzen und Tiere im Wurmtal — zu einem Vortrags- und Diskussionsabend ein. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher führte Dr. Hans-Jürgen Weyer, stv. Vorsitzende der AG Wurmtal, im Pfarrsaal St. Josef in Herzogenrath-Straß durch das Programm.

Auf dem Programm standen nicht nur die Berichte über die Arbeit der zurückliegenden Monate der Naturschützer, sondern auch zwei Vorträge zu Tiergruppen, die im Wurmtal und der Region vorkommen.

Dipl.-Geografin Monika Nelißen trug über „Krebse in der Wurm“ vor. Für viele war überraschend zu erfahren, dass Krebse recht häufig in unseren heimischen Gewässern sind. Doch ist der heimische Edelkrebs keineswegs die vorherrschende Art, sondern die zugewanderten Arten aus Asien und insbesondere aus Amerika. Alle Versuche, die fremden Arten zugunsten des heimischen Edelkrebses zurückzudrängen, sind bisher ohne Erfolg geblieben. Der Edelkrebs kommt in der Wurm nur noch im Quellgebiet vor und steht unter strengem Schutz.

Dr. Wolfgang Vorbrüggen (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.) sprach über die „Wunderwelt der heimischen Schmetterlinge“. Auch hier wurden viele interessante Einzelheiten vorgestellt. 95 Prozent der Schmetterlingsarten sind Nachtfalter. Der Schmetterlingsbestand geht deutschlandweit stark zurück und folgt damit dem allgemeinen starken Rückgang der Insekten. Die Ursachen sind vielfältig, doch spielen die intensive Landwirtschaft und der allgemeine Flächenverbrauch eine bedeutende Rolle.

Eindringlich mahnte Dr. Vorbrüggen, nicht nur den Schmetterling, sondern auch deren Raupen zu schützen, die oftmals sehr spezialisierte Lebensräume brauchen. Ohne vielfältig gestaltete, naturbelassene Flächen wird der Schwund an Insekten und Schmetterlingen nicht aufzuhalten sein. Beide Vorträge wurden durch beeindruckendes Bildmaterial hinterlegt. Darüber hinaus wurde auch hier deutlich, dass der Klimawandel bereits jetzt große Auswirkungen auf die heimische Vegetation und die Tierwelt hat. Neue Arten wandern ein und drängen die heimische Flora und Fauna zurück. Auch verändern viele Tierarten ihr Verhalten.

Günter Kalinka, der Vorsitzende der AG Wurmtal, berichtet über die Arbeitsschwerpunkte der Naturschützer der zurückliegenden Monate. Zu den Kernaufgaben der AG Wurmtal gehört der Flächenschutz. Die AG hat mehrere Hektar Fläche im Naturschutzgebiet gekauft beziehungsweise gepachtet, die naturnah gehalten und gepflegt werden. Desweiteren widmet sich die Gruppe dem Vogel- und Amphibienschutz. Jedes Jahr werden über 100 Nistkästen kontrolliert, repartiert und gesäubert sowie Schutzmaßnahmen während der Brutzeit der Amphibien getroffen. Durch das Lenken und Auffangen während der Wanderungen der Amphibien wurden zur letzten Brutzeit mehr als 3500 Exemplare vor dem Überfahren bewahrt.

Grenzen der Leistungsfähigkeit

Doch führen etliche Bedrohungen des Naturschutzgebietes die ehrenamtlich tätige Gruppe an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Die auf Profit ausgerichtete Forstwirtschaft, etliche Baumaßnahmen innerhalb des Naturschutzgebietes sowie die Planungen zum Radschnellweg sind laut Kalinka die größten Bedrohungen für das Wurmtal.