Kerkrade/Herzogenrath: Abtei Rolduc: Angst vor Querschlägern vom Golfplatz

Kerkrade/Herzogenrath : Abtei Rolduc: Angst vor Querschlägern vom Golfplatz

„Hände über den Kopf halten und sich so klein wie möglich machen“ — Erik Manook, Anwohner am Rande des Rolducer Felds, hat sich nach der Lektüre unserer Berichterstattung über den geplanten Golfplatz rund um die alte Klosteranlage an Schilder erinnert, die er mal bei einem Spaziergang in Brunssum gesehen hatte, zu Beginn eines Weges, der das dortige Golfgelände tangiert.

Sobald man den Ruf „Fore“ (sprich „Foor“) höre, solle man in Deckung gehen, steht — analog zur gängigen Golfetikette — auf dem Schild erläutert, das in der Tat heute noch dort steht. Gewarnt wird vor eventuell herumfliegenden Golfbällen, „Querschlägern“, die — aus Versehen und trotz aller vorgeschriebenen Vorsicht — über Fairway und Green hinausgeschlagen werden.

Wenig glücklich mit den Golfplänen: Erik Manook, Anwohner am Rand des Rolducer Felds.

„Droht uns das jetzt auch?“, fragt sich Manook. „Von gemütlichen Spaziergängen kann rund um Rolduc dann ja keine Rede mehr sein.“ Sogar Querschläger in den eigenen Garten befürchten er und seine Frau Ingrid, denn ihr weitläufiges Grundstück grenzt an einen der Äcker, auf dem in absehbarer Zeit die Golfschläger geschwungen werden sollen.

Waches Auge der Föderation

Fred Sochacki, Mitinitiator und -entwickler der Golfpläne kennt sie alle, die Argumente und Vorbehalte gegen das Vorhaben, mit dem er und seine Mitstreiter von der Stiftung zum Erhalt des kulturellen Erbes Rolduc eine zukunftsfähige Einnahmequelle für die über 900 Jahre alte Klosteranlage schaffen wollen. Rolduc brauche diesen ökonomischen Schub.

„Glauben Sie mir“, sagt er auf erneute Anfrage unserer Zeitung: „Sicherheit ist oberstes Gebot bei unserem Vorhaben. Wir würden seitens der Gemeinde auch nie eine Baugenehmigung bekommen, wenn nicht alle Sicherheitsbedingungen eingehalten würden.“ Überdies habe die niederländische Golfföderation ebenfalls ein sehr waches Auge auf die Plätze. Ein Platz mit Sicherheitsmängeln würde niemals als vollwertig, sprich wettkampffähig eingestuft.

Und hätte deswegen automatisch gar nicht den gewünschten Zulauf, „dann ist man uninteressant“, sagt Sochacki. Was die besagten Hinweisschilder in Brunssumerheide angehe, stellt er klar: „Sie betreten dort ja auch das Golfterrain. Während eines Spieles würde ja auch niemand über einen Fußballplatz gehen.“

Zu den Sicherheitsvorkehrungen: Ein Sicherheitsabstand entlang der Fairways ist Vorschrift, rings um die Rolducer Anlage soll vor allem entlang des Spazierwegs am Berenbos mit Strauchwerk und Bäumen aufgeforstet werden. Entlang der Roderlandbahn werde zudem wo nötig ein Wall aufgeschüttet, um den Straßenverkehr nicht zu gefährden.

Sochacki: „Die Fairways sind so angelegt, dass dennoch Sichtachsen erhalten werden können.“ Und dass die Schlagrichtung der Bälle niemanden gefährdet. Im Übrigen, so weist Sochacki hin, dürfe nur spielen, wer die Platzreife nachweisen könne und es gebe grundsätzlich strenge Reglements. Und jeder, der sich nicht daran halte, werde zurechtgewiesen respektive bei groben Verstößen gänzlich des Platzes verwiesen.

In Flugblättern an die Bewohner der Häuser, die ans Rolducer Feld grenzen hat SPD-Ratsverordneter Bruno Barth indes mit Verweis auf unsere Berichterstattung auf die Planoffenlage zwecks Änderung des Flächennutzungplans im Kerk-rader Rathaus hingewiesen. Die Pläne liegen bis 21. September aus.

Weitere Infos im September

Auch die Stadt, so die Informationen des Technischen Beigeordneten Ragnar Migenda auf Anfrage, plane per Postwurfsendung einen entsprechenden Hinweis. Zudem behalte sich die Stadt vor, ihrerseits nach Einsicht der Unterlagen Anregungen und eventuelle Bedenken, besonders mit Blick auf die Immissionen durch die Abschläge, zu äußern.

Informationen zum Sachstand der Planungen sollen zudem im Umwelt- und Planungsausschuss der Stadt Herzogenrath am 1. September gegeben werden. Sitzungsbeginn ist um 18 Uhr im Ratsaal.