Alsdorf: Abriss des Gymnasiums: Staubbelastung nur eine Folge der Minusgrade?

Alsdorf : Abriss des Gymnasiums: Staubbelastung nur eine Folge der Minusgrade?

Eine brisante Frage hatten die Grünen im vergangenen Stadtentwicklungsausschuss aufgeworfen: ob die Staubentwicklung beim Abriss des alten Gymnasiums in Alsdorf-Ofden nicht unterbunden werden könne, wenn nicht sogar müsse. Und ob diese nicht gesundheitsgefährdend sei.

Tatsächlich waren an diesem sehr kalten und windigen Tag, am 1. März, große hellbraune Staubwolken quer übers Gelände Richtung Wohnbebauung gezogen.

Der sachkundige Bürger Marius Sapletta formulierte im Ausschuss an die Verwaltung gerichtet, der böige Wind verteile die „möglicherweise schadstoffhaltigen Wolken weit in die nördlich gelegenen Wohngebiete“. Konkret mutmaßte er, ob im Dach der zu dem Zeitpunkt im Abriss begriffenen Aula nicht noch Asbest vorhanden sei. Die Technische Beigeordnete, Susanne Lo Cicero-Marenberg, versprach, sich der Angelegenheit anzunehmen.

Als Emissionsschutzbehörde ist die Städteregion Aachen eingebunden, das Bauamt der Stadt Alsdorf ist für die Umsetzung zuständig. Es hat laut Verwaltung nun das Abrissunternehmen instruiert, Nebelkanonen aufzustellen, so dies die Wetterlage zulasse beziehungsweise erforderlich mache. Die Grünen teilten ihrerseits am Donnerstag mit: „Seit gestern wird dort direkt mit Wasser der Staub gebunden.“ Der Fraktionsvorsitzende Horst-Dieter Heidenreich sieht darin einen Verdienst der Grünen. Das Umweltamt der Städteregion Aachen habe „darüber informiert, dass eine Befeuchtung des Abbruchs im Konzept festgelegt wurde, aber scheinbar nicht umgesetzt wurde“, mutmaßte auch der sachkundige Bürger Sapletta.

Das zuständige Abbruchunternehmen reagierte auf die Schilderung dieser Vorgänge allerdings leicht gereizt. „Wir haben von Anfang an Wasser eingesetzt“, sagt Marcel Eckert, Bauleiter der Heinsberger Firma Frauenrath. So gehe sein Unternehmen generell bei maschinellem Abriss vor, um Staubemissionen zu verhindern. Die aktuelle Diskussion sei über Dritte an ihn herangetragen worden und hätte ihn einigermaßen überrascht. Er könne jeden Abrisstag lückenlos dokumentieren, auch mit Bildern des Wassereinsatzes. Die einzige Erklärung, die er für ein Pausieren des Befeuchtens habe, sei, dass der Wasserschlauch bei den anhaltenden Minusgraden vorübergehend eingefroren sei.

Auch die Frage nach einer möglichen Schadstoffbelastung beantwortete er erst nach kurzem Durchatmen: „Die Schadstoffe, die vorhanden sind, werden unter gutachterlicher Begleitung vorher entfernt. Sonst dürften wir gar nicht mit dem Abriss beginnen.“

Und zu den „erfreulicheren“ Mitteilungen: Man liege im Zeitplan und werde voraussichtlich im April mit dem Abriss fertig. Die Aufbereitung des Materials zu Schotter für die neuen Unterbauten von Straßen und Gebäuden erfolge noch vor Ort.

Die Grünen kritisieren, am Rande bemerkt, nicht nur die Begleitumstände des Abrisses und daneben die Baumrodungen, die zwecks neuer Bebauung vorgenommen werden mussten und im Rahmen des umweltplanerischen Fachbeitrags auch so erfolgt sind.

Sie hatten generell den Abriss der beiden Schulen — Gymnasium und Realschule — von Anfang an abgelehnt. Stattdessen hatten sie eine Sanierung gefordert. Konsequenterweise hatten sie unter anderem auch gegen den Neubau — das Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) — gestimmt, gegen die höheren Kosten für den Kubiz-Sportplatz, gegen die Bebauungspläne Am Weiher und Am Tierpark und zuletzt gegen das Nahwärmekonzept für die beiden Wohngebiete. In dem Fall allerdings in erster Linie wegen des Anschlusszwangs, wie Sapletta erklärt hatte.