Würselen: A-Cappella-Pop: „Basta macht blau” in Würselen

Würselen: A-Cappella-Pop: „Basta macht blau” in Würselen

A-Cappella-Pop ist und bleibt ein Garant für einen vollen Saal - zumal im Kulturzentrum Altes Rathaus an der Kaiserstraße im Herzen von Würselen, und ganz bestimmt, wenn sich dort die Kölner Gruppe „Basta” angesagt hat.

Rund 200 Besucher - darunter längst nicht nur Fans des Gesangs ohne Begleitung durch Instrumente (dafür sorgen die fünf Männer aus der Domstadt auch, und zwar mit schier unglaublicher Kehlkopf-Artistik) aus der Düvelstadt.

Für „Basta” glich das Konzert einer späten Heimkehr: Vor elf Jahren waren sie schon einmal hier zu Gast gewesen. William Wahl, Thomas Aydintan, René Overmann, Werner Adelmann und Andreas Hardegen sorgten denn auch mit groovigen Rhythmen und einigen gut dosierten Spritzern Comedy dafür, dass die Stimmungskurve im pickepackevollen Rathaus nicht eine Minute abfiel.

Davon hatten die Zuhörer, die geduldig in langen Schlangen beim Einlass anstanden, zwar schon viel mitgebracht. Aber es kam noch viel, viel besser. Immer wieder bewiesen Wahl und seine Mitstreiter, dass sie nicht nur zuverlässig jeden Ton treffen und mit vielen Klangfarben ihre Songs ausmalen können, sondern vor allem eines sind: verdammt gute Entertainer, die außerdem noch den Nerv der Zeit zu treffen verstehen.

Dazu trägt im aktuellen Programm „Basta macht blau” (das tun die Mitglieder der Formation tatsächlich, indem sie sich ab Februar 2013 eine längere Konzertpause genehmigen) ein Mix aus aktuellen Stücken und älteren Nummern bei. Da stolpert René Overmann mit Stimme und vollem Körpereinsatz als schüchtern verdruckster „Womanizer” über die Bühne, dass das hoch verehrte Publikum vor Vergnügen quiekt und schreit. Und dann ist dann noch der „App-Depp”, ein Sklave seines iPhones, dem das Quintett vom Rhein mit einem ironischen Text und einem gepfefferten Sound ordentlich einheizt.

Die Sprache wirkt punktgenau, ebenso wie das Gesamtprogramm und die fetzigen, mitunter auch lyrischen Melodien ordentlich Zugkraft entfalten. Scharfes Denken, noch schärfe Rhythmen - da sind die Männer und Frauen im Saal bald hin und weg vor Vergnügen. Hinzu kommen Parodien wie das mit musikalischen Zitaten gespickte „Being Reinhard Mey”. Da kann „Basta” ruhig bald noch mal wieder nach Würselen wiederkommen - und dann, wenns geht, nicht erst in elf Jahren - nach der großen Pause im nächsten Februar.

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