Würselen: 180 Tänzerinnen legen sich für Réo ins Zeug

Würselen: 180 Tänzerinnen legen sich für Réo ins Zeug

Chearleader und Schmetterlinge standen auf der Bühne im Gymnasium und warteten auf die Musik. Im Publikum saßen 600 Eltern, Geschwister, Omas, Opas, Paten und Freunde, um den 181 Tänzerinnen zu applaudieren.

Unter der Leitung von Huey-Jen Chinta gab es zwei Stunden lang eine tolle Show. Die Vier- bis Zwölfjährigen tanzten während des Benefiz-Tanzfestes für Réo zu klassischer Musik, zu HipHop, zu Pop.

„All den Beteiligten danke ich für ihr Engagement, denn der Reinerlös fließt zum siebten Mal nach Burkina Faso”, sagte Bürgermeister Arno Nelles. Mehr als 500 Euro werden es auch in diesem Jahr wieder sein, die von den Kindern ertanzt wurden. Schon im Oktober 1990 wurde die Partnerschaft zwischen Réo und Würselen besiegelt, nachdem zwei Jahre zuvor die Freundschaftsgesellschaft gegründet worden war.

In Réo, der Hauptstadt von Sanguie, einem Teil der Sahelzone, leben die meisten Menschen von Ackerbau und Viehzucht. 70 Prozent des Ertrages ist für den Eigenbedarf bestimmt, während der Rest auf den Märkten verkauft wird. Ingesamt leben fast 23.000 Einwohner auf 428 Quadratkilometern Fläche. Ziel der dieser Partnerschaft ist es, die Kultur von Burkina Faso zu vermitteln und eine gemeinsame Zukunft zu schaffen. „Im letzten Jahr konnten vom dem Tanz-Erlös Ziegen gekauft werden”, erzählte Arno Nelles. Diese Ziegen sichern seither einigen Familien nicht nur den Milchbedarf, sondern auch das Überleben.

Vor sieben Jahren hat Huey-Jen Chinta das erste Mal die 15 Gruppen vortanzen lassen. „Gemeinsam mit den Kindern hatte ich damals überlegt, dass sie für Kinder etwas tun wollen”, erinnerte sich die Tanzlehrerin, die sehr viel Arbeit mit der Organisation der Aufführung bereits im Vorfeld zu tun hat. „Ich mache alles alleine. Wenn ich nicht bald Hilfe bekomme, weiß ich gar nicht, wie diese Tanzaufführung noch einmal stattfinden soll”, sagte die Würselenerin.

Schon im Januar begannen die Proben zu den Tänzen, die Huey-Jen Chinta erdacht hat. „Manchmal höre ich eine Musik und weiß sofort, wie der Tanz sein soll”, erzählt sie. Während die Kinder auf der Bühne tanzten, standen die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder des Freundschaftsgesellschaft Burkina Faso/Réo vor den Türen und warteten auf den großen Ansturm beim Getränkeverkauf.

Peter Kipping von der Freundschaftsgesellschaft urteilte: „Wir arbeiten ausschließlich mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Solch eine Veranstaltung hat eine große Breitenwirkung, die für uns unerlässlich ist.” Nicht nur er fand die Aufführung „super, weil es wunderbar ist wie die Kinder sich ins Zeug legen.”

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