Würselen: 100 Jahre Frauenwahlrecht: Großes Interesse an starken Frauen

Würselen : 100 Jahre Frauenwahlrecht: Großes Interesse an starken Frauen

100 Jahre Frauenwahlrecht! Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Übergang von der Monarchie zur parlamentarischen Demokratie wurde am 12. November 1918 in Deutschland das Frauenwahlrecht durchgesetzt. „Das war eine absolute Neuheit. Manch einer war skeptisch, andere wiederum begrüßten diesen Beschluss.

Es wurden spezielle Veranstaltungen für wahlberechtigte Frauen abgehalten, bei denen ihnen genau erläutert wurde, wie eine Wahl funktioniert. Darüber hinaus starteten die einzelnen Parteien extra Wahlaufrufe für die weibliche Anhängerschaft“, erklärte Martina Offermanns von der Geschichtswerkstatt Würselen.

Was heute — 100 Jahre später mit Angela Merkel, einer Frau als Bundeskanzlerin — völlig normal erscheint, war bis zur Einführung des Wahlrechts noch überhaupt kein Thema: Mutige Frauen, die die Politik mitgestalten und Verantwortung übernehmen wollen.

Doch wer waren diese Frauen „der ersten Stunde“? Dieser und weiteren Fragen rund um die Frauen in der Würselener Politik von 1918 bis 1933 möchte Silke Tamm-Kanj, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Würselen, auf den Grund gehen. In Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Würselen entstand daraufhin eine Projektgruppe zu dem Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“. Die Ergebnisse der umfangreichen Recherchearbeit sollen im Dezember 2018 in einer Broschüre und einer Ausstellung vorgestellt werden.

Doch bis dahin braucht die Projektgruppe noch Unterstützung aus der Bevölkerung: „Bisher haben wir 33 Frauen gefunden, die zu dieser Zeit in irgendeiner Form politisch aktiv waren. Problematisch ist, dass wir bei manchen nur einen Namen gefunden haben. Wir möchten aber am Ende möglichst vollständige Biografien mit vielen Fotos präsentieren“, erläuterte Offermanns.

Auf der Seite des Kulturarchivs unter www.kulturarchiv-wuerselen.de gibt es eine öffentliche Liste aller namentlich bekannten Frauen, die es weiter zu identifizieren gilt. „Maria Lindemann, Margarete Fels, Josefine Schäfer geb. Geiser — um nur mal drei Beispiele zu nennen. Wer kennt diese Frauen, ist vielleicht mit ihnen verwandt oder kennt jemanden, der etwas wissen könnte?“, möchten die acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Projektgruppe wissen.

„Bei der bisherigen Recherche waren alle sehr hilfsbereit. Die meisten Angehörigen der politisch aktiven Frauen waren überrascht, weil sie teilweise nichts über das politische Engagement ihrer Vorfahrin wussten. Aber sie haben uns ganz begeistert Fotos und andere Informationen zur Verfügung gestellt“, sagte Iris Gedig vom Familienbuch Euregio und ebenfalls Mitglied der Projektgruppe. „Wer über unsere Liste hinaus noch weitere Frauen kennt, die nach dem Ersten Weltkrieg in Parteien, Gewerkschaften, Räten, Ausschüssen oder Wohlfahrtsverbänden aktiv waren, der melde sich ebenfalls sehr gerne bei uns“, ergänzte sie.

Wer mit Informationen, Fotos oder Hinweisen helfen kann, melde sich bitte mit einer Mail an info@geschichtswerkstatt-wuerselen.de oder telefonisch bei Brigitte Heinrichs 02405/14669 oder bei Martina Offermanns 02405/87941.

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