Jülich: Zwei flotte Flitzer tanken Strom

Jülich: Zwei flotte Flitzer tanken Strom

Die Elektromobilität tritt in der Herzogstadt immer mehr aus ihrem Schattendasein heraus. Künftig werden die Menschen in der Innenstadt ziemlich häufig zwei Elektroroller sehen, die für die Stadtwerke Jülich als Kommunalversorger Werbung fahren.

Das ist aber nicht nur Marketing, sondern ein kostenloser Service, der den Studierenden und Beschäftigten auf dem Fachhochschul-Campus der Stadt zur Verfügung steht.

Wer mal flott in die City möchte, kann sich an der Pforte der FH erkundigen, ob die Flitzer mit Elektromotor gerade zu haben sind und sich in diesem Fall auf den Weg machen. Die Roller sind „natürlich nicht für Strecken von 500 Kilometer” tauglich, aber geradezu ideal für Kurzstrecken. Außerdem beschleunigen die maximal 45 km/h schnellen Zweiräder abrupt und unmittelbar.

Das hat auch Stadtwerke-Chef Ulf Kamburg schon bei Testfahrten auf dem Hof des Unternehmens festgestellt und kann also aus eigener Anschauung von einem echten „Spaßfaktor” sprechen. Der sei wichtig, so der Geschäftsführer des Versorgers, der die Roller der Fachhochschule spendiert hat, um positive Erfahrungen mit der noch für viele ungewohnten Elektromobilität zu machen. „Die Fahrzeuge sind schnell, leise und machen Spaß”, sagt Kamburg. Die Stadtwerke freuen sich über die Kooperation mit der FH, weil sie so den Studierenden den „Input für ein neues Mobilitätszeitalter” geben können.

Gefallen findet an den Zweirädern auch der Rektor der FH Aachen, Professor Marcus Baumann. „Es heißt immer, dass die Studierenden nicht in der Stadt zu sehen seien. Es fehlt aber auch eine Anbindung dorthin - der ÖPNV sieht nicht gut aus in Jülich.” Die beiden Elektroroller könnten das in kleinen Schritten ändern.

Natürlich passt das Thema haargenau zum Profil der FH, die sich in mehreren Fachbereichen mit Elektromobilität auseinandersetzt. Baumann: „Es ist möglich, Strom auf nachhaltige Weise herzustellen. Das ist ein guter Grundgedanke.” Die Roller tragen nicht nur dem Rechnung, sondern auch einem neuen Ansatz: „Man lernt, nicht mit dem eigenen Fahrzeug fahren zu müssen”, erklärte der Rektor mit dem Blick auf überfüllte Parkplätze.

Die Stadtwerke haben auf dem Campus auch ihre zweite städtische Strom-Zapfsäule installiert, die bis zum Jahresende kostenlos genutzt werden kann.