Jülich: Zum Silberjubiläum zwei neue Ausstellungen im Museum Jülich

Jülich : Zum Silberjubiläum zwei neue Ausstellungen im Museum Jülich

Gleich zwei Blickpunktausstellungen werden am Sonntag, 9. September, dem Tag des offenen Denkmals, um 11 Uhr in der Schlosskapelle Jülich durch Bürgermeister Axel Fuchs und Museumsleiter Marcell Perse eröffnet: „LandschaftsWandel: Heiner Altmeppen — Sternwarte in Pier“ und „Trinksprüche: Keramik der Renaissance — Die Steinzeug-Sammlung Karl und Petra Amendt“. Anschließend findet eine Kuratorenführung statt.

Kaum eine Maßnahme hat die regional Landschaft so sehr verändert wie der Tagebau. Dies zeigte bereits eindrucksvoll 2014 die Jülicher Ausstellung „Landschaft in Bewegung“ von Heiner Altmeppen. Der Künstler war mehrfach in Jülich und hat mit seinem Fotoapparat über 1000 Motive aus den Tagebauen Inden und Hambach festgehalten. Daraus entstanden die fotorealistischen Gemälde „Kleines Rasenstück bei Inden“ und „Tagesanbruch bei Weisweiler“.

Für das 25-jährige Bestehen des Museums arbeitet der Künstler jetzt an einer dritten Bildkomposition, die „Sternwarte in Pier“ im Format 65x80 cm. Die Sternwarte war eine private Einrichtung des Dorfarztes und fiel, wie das gesamte Dorf Pier, dem Indener Tagebau zum Opfer. Das noch unfertige Gemälde wird neben anderen Gemälden Altmeppens in der Ausstellung „LandschaftsWandel“ zu sehen sein.

Heiner Altmeppen sieht sich in der Tradition der Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts.

Allerdings wählt er Motive unserer Zeit, die auch das Eingreifen des Menschen in die Natur zeigen. Den vielen Parallelen, aber auch deutlichen Unterschieden, kann man bei der Blickpunktaustellung im Pulvermagazin der Zitadelle nachspüren, wo Altmeppens Gemälde neben Werken des in Jülich geborenen Landschaftsmalers Johann Wilhelm Schirmer und seiner Schüler ausgestellt sind.

Das Rheinland war schon immer ein Zentrum für die Produktion von Ess- und Trinkgeschirr. Einen Höhepunkt erlebte es in diesem Bereich im Zeitalter der Renaissance. Das in der hiesigen Region gefertigte Steinzeug erfreute sich europaweit an fürstlichen Höfen und in bürgerlichen Stuben Beliebtheit. Bartmannkrüge aus Köln und Frechen, Schnellen aus Siegburg und Bauchkrüge aus Raeren wurden zu Statussymbolen auf europäischen Küchentischen. Die Gefäße mit großflächigen und detaillierten Auflagen und ihren abwechslungsreichen Friesen sind nicht nur Zeugnisse gelebter Alltagskultur, sondern auch kleine Kunstwerke an sich.

Karl und Petra Amendt haben sich seit Jahrzehnten als Sammler von Rheinischem Steinzeug aus der Renaissance verdient gemacht. Ihre Sammlung genießt internationalen Ruf, und ihre Stücke finden sich immer wieder in den Ausstellungen der wichtigsten deutschen Museen. Im Rahmen des Silberjubiläums des Museums Zitadelle haben sie nun einen kleinen Teil ihrer Sammlung für die Ausstellung „TrinkSprüche“ zur Verfügung gestellt. Damit wird die Hofkultur, wie sie unter Herzog Wilhelm V. in der alten Renaissancefestung begangen wurde, für den Besucher wieder ein Stück weit erlebbar.

Blickpunktausstellung „LandschaftsWandel“: 9. September bis 4. November, Pulvermagazin; Blickpunktausstellung „TrinkSprüche“ ab Sonntag, 9. September, Schlosskeller.Kuratorenführung: „LandschaftsWandel“, 16. September, 11 Uh.; „TrinkSprüche“ 21. Oktober, 11 Uhr

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