Feier in Mersch/Pattern: Zum Kapellenfest wird der Altar eingesegnet

Feier in Mersch/Pattern : Zum Kapellenfest wird der Altar eingesegnet

Im Jahr 2010 wurde der Quellstein für die kleine Kapelle nach einem Vorbild aus dem bayrischen Oberndorf gelegt. Seitdem wird jedes Jahr gefeiert. In diesem Jahr konnte nun der Altar eingesegnet werden.

Zehn Jahre nach Einsegnung der St. Sebastianus-Kapelle auf dem Maarplatz durch Pfarrer Hermann Frey segnete der ehemalige Propst Heinrich Bongard nun den Altar ein – im Rahmen der Open-Air-Messe zum Auftakt des Kapellenfestes.

„Jede Kirche hat einen freistehenden Altar, auf dem wir das Opfer Christi vergegenwärtigen. Wir erinnern uns an seine große Liebe, die er uns erwiesen hat“, betonte Bongard die Wichtigkeit der „feierlichen Segnung des Altares“. Zuvor ließen Heinz Breuer, Brudermeister der veranstaltenden St. Sebastianus-Schützenbruderschaft, und sein Vize Gerd Wolff eine Zeitkapsel mit wichtigen Dokumenten, Fotos und Andenken in den Altar ein, der anschließend versiegelt wurde.

„Die Kapelle hat sich zum Mittelpunkt unseres Dorfes entwickelt. Der Bau hat uns zusammengeschweißt“, fassten die führenden Köpfe der Schützenbrüder in ihrem Rückblick zusammen. Die 1487 gegründete Bruderschaft wurde 2006, nach 38 Jahren Vakanz aus Mitgliedermangel, neu belebt. „Der Wunsch, gemeinschaftlich füreinander einzustehen, war nicht kleinzukriegen“, wie Bongard es ausdrückte.

2007 beschlossen die Schützenbrüder, „das Holzkreuz durch eine Kapelle zu ersetzen“ und legten den Grundstein für das allein aus Spenden finanzierte „Kunstwerk nach bayrischer Gothik“, errichtet nach dem Vorbild der dem heiligen Sebastian gewidmeten bayrisch-barocken Kapelle aus Oberndorf. Nach 2378 Arbeitsstunden wurde sie eingesegnet. Eine Abordnung der Pfalzgraf-Otto-Freunde aus Oberndorf bereichert stets das Kapellenfest am jeweils ersten August-Wochenende.

2010 legten die Sebastianus-Schützen einen Quellstein an und begannen 2012 mit der Überdachung der Holzhütte, statteten sie mit einer Sitzgruppe aus und legten eine Wasserleitung. Durch ein paar Details unterscheidet sich die Kapelle von ihrer bayrischen Zwillingsschwester. So ist etwa der Dachstuhl nach außen gezogen, zur Vorderseite sind Dachüberstände zu sehen. Zudem wurde der Eingangsbereich mit Holz eingeschalt, mit Beton ausgegossen und mit Pflastersteinen ausgelegt. „Es kommen auch sehr viel Menschen mit dem Fahrrad vorbei. Die Kapelle wird sehr gut angenommen. Wir sind unwahrscheinlich stolz, heute hier zurückzublicken“, betonten die Brudermeister.

Der ehemalige Propst predigte zum Lukasevangelium, „das uns einen Menschen vor Augen führt, dem es das Wichtigste war, an sich selbst zu denken. Die Mehrheit in unserem Land lebt im Überfluss“, warnte der Priester davor, „viel zu haben, aber arm zu sein vor Gott“. Zu Ehren des Schützenkönigs Gerd Felder zog am Sonntag ein prächtiger Festzug durch den Ort, gefolgt von einem Platzkonzert der „Oberländer Bua“ am Maarplatz.

(ptj)
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