Jülich: Zuckerfabrik Jülich stellt um: Weniger Lastverkehr

Jülich: Zuckerfabrik Jülich stellt um: Weniger Lastverkehr

Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Im Jülicher Werk von Pfeifer & Langen laufen die Arbeiten zur Umstellung der Carbokalk-Erzeugung. Dieser Dünger fällt bei der Rübenverarbeitung an und wurde bislang „nass“ hergestellt, also mit erheblichem Wassereinsatz. Die Zuckerfabrik stellt nun auf eine vorwiegend trockene Erzeugung um und muss dafür die Fördertechnik im Werk umbauen.

Das ist ein großer Eingriff, der vor der nächsten Kampagne beendet sein muss, da die sonst ausfällt. Aber das ist nicht zu befürchten, denn noch vor den Sommerferien sollen alle Baumaßnahmen am Standort Jülich beendet sein. Darüber informierten Vertreter des Unternehmens unlängst im Jülicher Rathaus. 2,35 Millionen Euro kostet das Gesamtpaket, das eine Fahrsiloanlage beinhaltet.

Die Vertreter des Unternehmens sehen vor allem einen großen Vorteil für die Öffentlichkeit: Weil nicht mehr „unnötig Wasser durch die Gegend gefahren“ wird, reduzierte sich die Zahl der Lkw-Bewegungen erheblich. Am Beispiel der Kampagne 2013 erklärten Ulrich Palandt (Kaufmännischer Leiter) und Dirk Blecher (Leiter Technik/Produktion) die Auswirkungen der geplanten Umstellung. Die in der jüngsten Kampagne angelieferten 1,62 Millionen Tonnen Rüben haben per Nasserzeugung 78.200 Tonnen Dünger geliefert, der 3400 Lkw-Bewegungen auf öffentlichen Straßen verursacht hat. Auf gleicher Basis entstünden nur 45.600 Tonnen Carbokalk trocken, der zu 2000 Lkw-Bewegungen führt.

Außerdem ist die Zuckerfabrik künftig in der Lage, den trockenen Dünger zu lagern. Das soll zum einen in der Siloanlage geschehen, zum anderen aber auch in einem offenen Depot auf den Polderflächen vor der Westumgehung. Dieses Lager sorgte für Nachfragen aus der Politik bei der Vorstellung im Planungsausschuss: Könnte der trockene Carbokalk bei extremen Bedingungen nicht „vom Winde verweht“ werden? Die Vertreter des Jülicher Werks verneinten deutlich.

Dirk Blecher, der vor seinem Wechsel in die Herzogstadt die Carbokalk-Umstellung im Werk Appeldorn realisiert hat: „Wir haben dort keine Beschwerden, obwohl sich das Lager in Appeldorn neben einem Wohngebiet befindet.“ Der Dünger sei zudem nicht vollständig trocken. Blecher, der in Jülich die Nachfolge von Dr. Markus Lorenz angetreten hat: „70 Prozent des Carbokalks sind trocken, 30 Prozent sind nass. Es ist nicht zu befürchten, dass er wegweht.“

Das Lager auf den Polderflächen ist mit 2,40 Meter hohen Wänden eingefriedet, aber nach oben offen. Unabhängig von der Lagermöglichkeiten will die Zuckerfabrik den Kalkdünger „so wie er anfällt auch verkaufen“.

Palandt und Blecher machten im Ausschuss deutlich, dass die geplanten Maßnahmen auf dem werkseigenen Areal wichtige Investitionen in den Standort Jülich seien. Bei der Carbokalkerzeugung zieht die hiesige Fabrik nun mit den anderen Werken im Pfeifer & Langen-Konzern und der Konkurrenz gleich. Ulrich Palandt: „Wir setzen die gleiche Technik und Verfahren ein.“

Von den Gesamtinvestitionen entfallen nach Angaben der Werksvertreter rund 1,4 Millionen Euro auf die Fahrsiloanlage und Fördertechnik sowie 500.000 Euro auf den Lagerplatz.