Jülich: Zehnjährige begeistert in der Schlosskapelle

Jülich : Zehnjährige begeistert in der Schlosskapelle

Pilgerströme zogen am Sonntag die Kurfürstenstraße entlang auf dem Weg zur Schlosskapelle. Das war ein Hinweis darauf, dass Ungewöhnliches passieren sollte.

Ein Klavierabend stand bevor, zu dessen Hauptattraktionen nicht etwa die Tatsache gehörte, dass Werke von Bach, Beethoven und Mozart gespielt werden sollten. Vielmehr ging es darum, wer diesmal am Piano Platz nehmen würde. Obwohl wahrscheinlich niemand Bachs französische Suite Nr. 5 und Beethovens Sonate in c-Moll oder gar Prokofieffs „Vision Fugitives“ als leichte Kost bezeichnen würde, galt die Hauptaufmerksamkeit an diesem Abend jenem zehnjährigen hochbegabten Mädchen, das vielen Besuchern bereits im Vorfeld aus diversen Fernsehbeiträgen bekannt war. Und so mussten vor Konzertbeginn noch eilig zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden, um den Andrang der Jülicher Musikfreunde bewältigen zu können.

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Ohne eine Spur von Nervosität betrat Laetitia Hahn aus Velbert, die bereits als Achtjährige die Aufnahme als Jungstudentin an der Musikhochschule schaffte, die Bühne, und es wurde mucksmäuschenstill. Es begann die Premiere eines abendfüllenden Soloprogramms, das unter anderem am 22. Juni im Kammermusiksaal des Bonner Beethovenhauses vorgetragen wird.

Besonders beeindruckt zeigte sich das begeisterte Publikum von der ungeheuren Leichtigkeit, mit der Laetitia Hahn hoch anspruchsvolle Stücke wie Mendelssohns „Rondo capriccioso“ spielte. Einige Zuhörer schlossen dann und wann ihre Augen und schienen plötzlich zu vergessen, dass es sich um ein zehnjähriges Mädchen handelte, das ein derartiges Konzert vortrug. Bislang spielte Hahn, die dank ihrer umfassenden Hochbegabung bereits drei Schulklassen übersprungen hat, auch in bedeutenden Konzertsälen wie der Essener Philharmonie und dem Leipziger Gewandhaus.

Nicht endender Applaus

Derzeit wird die junge Pianistin, die in ihrer Freizeit gerne klettert und Snowboard fährt, von Heribert Koch ausgebildet. Koch ist in Langerwehe beheimatet und betreut regelmäßig herausragende Talente in internationalen Meisterkursen. Nach einer unvergesslichen musikalischen Reise vom Zeitalter des Barocks über die Klassik bis hin zur Romantik, auf die Laetitia Hahn ihr staunendes Publikum mitgekommen hatte, bedankte sich selbiges mit einem nicht enden wollenden Applaus, voller Vorfreude auf ein Wiedersehen mit dieser herausragenden jungen Pianistin.