Jülicher Land: Zahl der Kirchen-Austritte im Jülicher Land relativ konstant

Jülicher Land: Zahl der Kirchen-Austritte im Jülicher Land relativ konstant

Insgesamt 235 Katholiken und 44 Protestanten im Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Jülich (Jülich, Aldenhoven, Linnich, Inden, Titz, Niederzier) haben ihre Glaubensgemeinschaft im vergangenen Jahr offiziell verlassen. Damit bleibt die Zahl der Austritte relativ konstant.

„Der Schrumpfungsprozess ist in vollem Gange”, meint Karin Latour, Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Jülich. „Und er wird weitergehen”. Jeder der Austritte ging über Latours Schreibtisch. „Häufig sind es finanzielle Gründe”, weiß sie von Betroffenen. „Die Kirchensteuer war die einzige Möglichkeit, noch zu sparen.”

Der katholische Pfarrer i.R. Josef Hirsch zweifelt daran, dass die Anliegen der Menschen in der Kirche ausreichend thematisiert werden. Der Seelsorger, seit 2004 pensioniert, hält in Siersdorf, Schleiden, Freialdenhoven und Aldenhoven noch Gottesdienste ab. „Oft ist die katholische Kirche weit weg vom Alltag der Menschen”, findet er. Und er hält ein vorgeschriebenes Zölibat für falsch. „Auch Frauen sollten für den Priesterberuf zugelassen werden”, meint der 73-Jährige.

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