Jülich: Zahl der Institute im Forschungszentrum verdoppelt sich

Jülich: Zahl der Institute im Forschungszentrum verdoppelt sich

Die Jülicher Energieforscher erhöhen die Schlagzahl. Bund und Land werden mehr finanzielle Mittel für diesen Bereich des Forschungszentrums Jülich (FZJ) bereitsstellen. So soll sich nach einem 15-Punkte-Plan die Zahl der Institute verdoppeln.

Dies ist das Ergebnis der neuerlichen Aufsichtsratssitzung des Forschungszentrums Jülich. Das FZJ soll in Europa die führende Institution auf dem Sektor „Materialsysteme für die Energieversorgung der Zukunft“ zu werden. Derzeit wird bereits mit fast 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern interdisziplinär an den wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen für den Umbau des Energiesystems gearbeitet.

Mit seinen Kompetenzen im Material- und Systemverständnis soll das Zentrum, so wurde nach der Sitzung des Aufsichtsrates mitgeteilt, die Transformation des Energiesystems in Deutschland mit wichtigen Forschungsbeiträgen unterstützen.

Ausgehend von neuen Materialien und Werkstoffen in der gesamten Wertschöpfungskette von Forschung und Entwicklung bis hin zur Übergabe von Innovationen an die Industrie soll das ehrgeizige Vorhaben umgesetzt werden.

Nach dem 15-Punkte-Plan will das FZJ in der kommenden Förderperiode der Helmholtz-Gemeinschaft ab dem Jahr 2015 die Mittel für die Energieforschung um 34 Prozent von jetzt 56,9 Millionen Euro auf 76,5 Millionen Euro erhöhen. Das FZJ hat ein Jahresbudget von rund 485 Millionen Euro, davon sind etwa 160 Millionen Euro Drittmittel. Beschäftigt werden fast 5000 Mitarbeiter, darunter alleine gut 130 Professoren.

Die Helmholtz-Gemeinschaft, benannt nach dem Naturforscher Hermann von Helmholtz (1821 - 1894), ist mit einem Jahresetat von 3,8 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands, zu ihr gehören 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren, darunter das FZJ, mit fast 34.000 Beschäftigten.

Die Zahl der Institutsbereiche auf dem Jülicher Campus, die sich mit dem Thema Energie beschäftigen, wird sich von nunmehr sechs auf demnächst zwölf Institute verdoppeln. Hinzu kommen neue Professorenstellen und die Errichtung von wissenschaftlichen Nachwuchsgruppen.

Mit den Hochschulen in Aachen, Köln, Erlangen und Münster werden im Rahmen verschiedener Kooperationen dann wichtige Energieforschungsthemen wie die Photovoltaik oder die Batterieforschung bearbeitet.

Vor allem im Bereich der Speichertechnologien besteht Handlungs- und Nachholbedarf. Denn ein Großteil des Ausbaus der regenerativen Energien erfolgt auf Basis von Technologien mit schwankender Einspeisung. dazu zählen insbesondere die Windenergie, aber zunehmend auch die Solarenergie.

Das Thema Zwischenlager — die Lagergenehmigung der insgesamt 152 Castorenbehälter auf dem Gelände des FZJ läuft im Juni 2013 aus — soll, so heißt es, auf der Aufsichtsratssitzung, offiziell nicht zur Sprache gekommen sein .

(hfs.)