Müntz: Wo Sunshine Ladies, Ü 25-Schafe und Stewardessen sich treffen

Müntz: Wo Sunshine Ladies, Ü 25-Schafe und Stewardessen sich treffen

Eine riesige Besucherschar hatte der erste Müntzer Nachtzug angelockt, ein Vielfaches der Zuschauermenge, die der kleine Ort zu Rosenmontags- oder Schützenzügen gewohnt ist.

Die veranstaltende Müntzer Feuerwehr hatte die Logistik bestens im Griff und wies ankommende Fahrzeuge zum Parken in asphaltierte Feldwege ein, denn der Müntzer Ortskern war gesperrt. Längere Fußwege und das Warten am Straßenrand auf die vollkommene Dunkelheit lohnte sich allemal.

Zehn romantisch beleuchtete Fahrzeuge und ebensoviele Fußgruppen aus fantasievoll bekleideten Narren - begleitet von reichlich Security-Personal - begeisterten die ebenfalls bunt kostümierte Jeckenschar am Straßenrand. Unter ihnen weilte Schirmherr Jürgen Frantzen mit Ehefrau Gabriele und Beigeordnetem Christian Canzler.

Die Zugteilnehmer stammten aus dem Gemeindegebiet, aus Jülicher Ortschaften und dem Kreis Heinsberg. Im „Feuerwehr Müntz Löschzug Ortsmitte” gab es zu traditioneller Karnevalsmusik „Neues aus dem Märchenwald”, Zwerge, denen „der Wald nicht genug” war, oder eine Leuchtdampflok, mit Hilfe derer „Hawei so richtig Dampf” machte.

Schafstall der Landjugend

Die „Sunshine Ladies” der Mersch/Patterner KG Bretzelbäckere hatten ihren Wagen als „Fly around the world” für ihre Stewardessen umfunktioniert. Ein Schafstall der Katholischen Landjugendbewegung Erkelenz transportierte die süßesten „Ü 25-Schafe”. Einige Fußgruppen verkörperten ihr Thema, wie Zauberer oder Hippies, in Glitzerkostümen, was dem Zug eine besondere Note verlieh. Den Hochglanzwagen „Hompis & Stars Friends” begleiteten viele goldglitzernde „Sternchen” zu Fuß. Der vorletzte Wagen brachte das ganze Geschehen thematisch auf den Punkt: „Dat jecke Trüppche”.

Das „Schlusslicht” war, wie bei Karnevalszügen üblich, der Prinzenwagen: Prinz Günni I. (Owiesniak), Bauer Wilhelm I. (Müller) und die holde Jungfrau Guidoline I. (Keutmann), fleißig Wurfmaterial verteilend, waren Höhepunkt des leuchtenden Zuges. Das Dreigestirn, das zur Rathauserstürmung am Fettdonnerstag erstmalig in die Öffentlichkeit getreten war, zählte zu den Überraschungen, die Löschgruppenführer Arno Weiss im Vorfeld versprochen hatte.

Denn der Ort verfügte bisher über keine Karnevalsgesellschaft. Die neue jecke Initiative nennt sich „Karneval Müntz.de”.

„Ein tolles Bild, das den Zuschauern geboten wurde” oder „Es war sooo schön”, brachten Zugteilnehmer auf dem Weg zur After-Zug-Party die gelungene Premiere auf den Punkt. Bei allen schwang die Hoffnung mit, das dieser Zug im nächsten Jahr seine Wiederholung findet.

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